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Eröffnung 2019: Lichtenberg bekommt ein Surferparadies

Berlin -

Sie sind zwischen 26 und 35 Jahren alt, leben in Berlin und sind begeisterte Surfer. Gewöhnlich fahren und fliegen sie für diesen Wassersport an ferne Orte am Meer mit großen Wellen, etwa nach Portugal und Bali.

Doch das ist den sieben Gründern des Berliner Start-ups Wellenwerk mittlerweile zu weit weg und zudem auch viel zu unökologisch. Also bauen sie sich ihr Surferparadies in Berlin.

Modellansicht: Surfbereich im Wellenwerk

Modellansicht: der geplante Surfbereich im Wellenwerk.

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Wellenwerk

Auf dem Gelände der Berliner Wasserbetriebe an der Landsberger Allee in Lichtenberg entsteht in einer alten Industriehalle aus DDR-Zeiten Berlins erste Indoor-Surfhalle. „Wir holen die Welle nach Berlin“, sagt Julius Niehus, Sprecher des Wellenwerk-Teams.

„Jeder kann surfen lernen"

Früher diente die etwa 1000 Quadratmeter große Halle als Lager für Geräte und Fahrzeuge. In den kommenden Monaten wird in dem Gebäude eine zehn Meter breite und 18 Meter lange Wellenreitanlage errichtet, wie es sie auch in anderen Städten wie Moskau und Seattle gibt.

Die stehende Welle wird künstlich erzeugt. Sie ist konstant, die Surfer bewegen sich auf ihr von links nach rechts. „Die Surfanlage ist für alle da, wir wollen keine Klischees bedienen und kein elitärer Club sein“, sagt Niehus.

„Jeder kann surfen lernen. Es ist eines der schönsten Gefühle der Welt.“ Kinder und Senioren seien willkommen, es gibt Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene. Das Team von Wellenwerk will auch mit Behindertenverbänden kooperieren.

Surfhalle soll im Frühjahr eröffnen

Der Vorverkauf für Kurse und Surfstunden hat im Internet begonnen. Eine Stunde Wellenreiten mit Leihmaterial und Surflehrer kostet zurzeit ab 35 Euro. Über die Kosten der Surfhalle sprechen die Gründer nicht. Nur soviel: Das Projekt wird aus Bankkrediten und Eigenkapital finanziert.

Im Frühjahr soll die Surfhalle eröffnen, so der Plan. Gleich nebenan befindet sich „Windobona“. Dort können Besucher im Windkanal durch die Luft fliegen wie Fallschirmspringer. Neben der Industriehalle errichten die Wellenwerker nebenan einen schlichten Neubau aus Holz mit Terrassen und Biergarten.

In dem Anbau soll es dann auch einen Surf-Shop geben, eine Werkstatt sowie eine Bar und ein Gourmet-Restaurant. Denn zu den Gründern und Teilhabern der Surfhalle gehört auch Robert Havemann, Mitinhaber vom Bistro Rosa Lisbert in der Arminiusmarkthalle in Moabit und Enkel des DDR-Kritikers Robert Havemann.

Übersichtsplan Wellenwerk
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Wellenwerk

Erst Wellenreiten, dann Cocktails 

2016 würdigten die Berliner Meisterköche das Rosa Lisbert, ausgerichtet auf elsässische Küche, mit dem Titel „Berliner Szene-Restaurant“. Zum gastronomischen Angebot gehört auch ein Ableger der Velvet Bar aus Neukölln, Bar des Jahres 2019.

Nach dem Wellenreiten könnten die Surfer beim Cocktail mit Wassermelone dann den Sonnenuntergang über Berlin genießen.