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Neukölln zuerst an der Reihe: Berliner Schulen sollen schnelleres Internet erhalten

Schülerinnen arbeiten im Klassenraum einer Grundschule an Computern. 

Schülerinnen arbeiten im Klassenraum einer Grundschule an Computern. 

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Friso Gentsch/dpa

Berlin -

Viele Berliner Schulen verfügen derzeit nur über eine ausgesprochen lahme Internetverbindung, zahlreiche Smartboards sind sogar ausrangiert, weil sie keiner wartet. Doch ab diesem Jahr sollen die öffentlichen Schulen in der Hauptstadt nun endlich schnelleres Internet erhalten. In einem ersten Schritt würden bereits in diesem Jahr 2019 alle Berufsschulen und Oberstufenzentren an das schnelle Glasfasernetz angeschlossen werden, betonte Staatssekretär Mark Rackles (SPD). Alle anderen hautpstädtischen Schulen sollen dann Schritt für Schritt folgen. Das Land Berlin werde das in Eigenregie machen und dafür keine Mittel aus dem Digitalpakt des Bundes benötigen. „Bei den allgemeinen Schulen wird Berlin bezirksweise vorgehen“, betonte Rackles. Gestartet werde noch in diesem Jahr mit Neukölln. „Jede Schule soll eine Datenversorgung von 1Gbit pro Sekunde erhalten“, ergänzte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD).

Dadurch sollen Tablets, Smartboards, Computer und Smartphones effektiver als Hilfsmittel im Unterricht eingesetzt werden. Berlin strebt hierfür eine vertragliche Vereinbarung zwischen dem landeseigenen IT-Dienstleistungszentrum und Telekommunikationsunternehmen an.

Digitale Unterrichtsplattform in Berlin

Perspektivisch soll eine digitale Unterrichtsplattform in Berlin angeboten werden. Staatssekretär Rackles sagte dazu jüngst im Bildungsausschuss, dass eine Schulcloud auf Bundesebene dafür aber eher unwahrscheinlich sei. Vielmehr müsse man die Frage klären, ob man eine eigene landeseigene Schulcloud wolle oder aber privatwirtschaftliche Plattformen wie etwa itslearning aus Norwegen nutzen will.

Zudem rechnet Berlin in den nächsten Jahren mit 257 Millionen Euro aus dem gut 5 Milliarden Euro schweren Digitalpakt des Bundes. Allein in diesem Jahr könnten daraus voraussichtlich 38 Millionen Euro investiert werden, hieß es. Die Schulen erstellen derzeit ihre Medienkonzepte und die Bezirke jeweils ein IT-Entwicklungskonzept. Mit den Bundesmitteln allerlei gefördert werden: die digitale Vernetzung auf dem Schulgelände, Serverlösungen, schulisches WLAN, der Aufbau von Lern-Infrastrukturen, interaktive Tafeln sowie mobile Endgeräte wie Laptops oder Tablets. Nicht förderfähig sind Smartphones. Für einige Hersteller dürften also bald goldene Zeiten anbrechen.

Am Freitag hatte der Bundesrat die für den Digitalpakt nötige Grundgesetzänderung beschlossen. Brandenburg würde nach eigenen Angaben 151 Millionen Euro erhalten. Der Privatschulverband zeigte sich erfreut, dass auch freie Schulen je nach landesweiten Anteil die Bildungsinvestitionen des Bundes beantragen können.