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Korruption: Drei Berliner Polizisten sollen Dealer über Drogen-Razzien informiert haben

Polizeibeamter

Polizei (Symbolbild)

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dpa

Dieser Fall erinnert an einen guten Fernsehkrimi: Es geht um korrupte Polizisten, gut organisierte Drogendealer, um viel Geld und geplatzte Razzien. Das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Berlin ermitteln gegen drei Polizeibeamte wegen des Verdachts der Bestechlichkeit. Die Beamten, einer ist 28, die anderen beiden 42 Jahre alt, sollen polizeiinterne Informationen über bevorstehende Razzien an fünf libanesische Rauschgifthändler im Altern von 36, 40 und 45 Jahre weitergegeben haben.

Die Dealer sollen mit Heroin gehandelt haben. Gegen sie wird wegen Bestechung ermittelt, außerdem wegen des Handeltreibens mit Heroin. Nach Informationen der Berliner Zeitung sollen die Polizeibeamten in der Direktion 4 gearbeitet haben. Diese Abteilung im Südwesten Berlins ist zuständig für die Bezirke Tempelhof-Schöneberg und Steglitz-Zehlendorf. Als Gegenleistung für die Warnungen über bevorstehende Razzien sollen die drei Polizisten jede Woche etwa 800 Euro von den mutmaßlichen Drogendealern erhalten haben.

Verdächtige dürfen nicht arbeiten

Vor einigen Tagen durchsuchten Ermittler die Wohnräume der verdächtigten Polizisten und auch die Büroräume in der Polizeidirektion. Dabei fanden sie „umfangreiche Beweismittel“, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Um welche Beweise es sich dabei genau handelt, sagen die Ermittler nicht. Die Verdächtigen dürfen seitdem ihren Dienst nicht weiter ausüben. Ein Kommissariat für Polizeidelikte beim Landeskriminalamt hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Unter den Kollegen sorgt der Fall für Gesprächsstoff. Denn Ermittlungen gegen Bandenmitglieder könnten durch das Weitergeben polizeiinterner Informationen gescheitert sein, weil die mutmaßlichen Täter vor Razzien rechtzeitig gewarnt worden sind. Manche Kollegen vermuten sogar, die betroffenen Beamten könnten selbst mit Drogen gehandelt haben.

„Sollte sich der Verdacht der Bestechlichkeit erhärten, distanzieren wir uns von diesen Kollegen“, sagt Benjamin Jendro von der Gewerkschaft der Polizei. „Korrupte Kollegen können wir nicht gebrauchen.“