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Neue S-Bahn-Strecke: Nördlicher Anschluss des Hauptbahnhofs bleibt erst mal ein Torso

Mit der neuen S-Bahn-Strecke soll der Berliner Hauptbahnhof nun auch einen nördlichen S-Bahn-Anschluss erhalten.

Mit der neuen S-Bahn-Strecke soll der Berliner Hauptbahnhof nun auch einen nördlichen S-Bahn-Anschluss erhalten.

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imago/imagebroker

Berlin bekommt eine neue S-Bahn-Strecke. Im Dezember 2020 soll auf der Trasse zwischen Wedding und Hauptbahnhof der Linienbetrieb aufgenommen werden, teilte Verkehrs-Staatssekretär Ingmar Streese (Grüne) auf Anfrage der FDP mit. Damit erhält der 2006 eröffnete Hauptbahnhof auch von Norden her S-Bahn-Anschluss. Künftig wird er von Gesundbrunnen aus ohne Umsteigen erreichbar sein. Doch der Senat nutze das Potenzial der City-S-Bahn nicht, so die FDP.

Für den FDP-Verkehrspolitiker Henner Schmidt ist es ein „verkehrspolitischer Fehler des Senats“, keinen Zwischenhalt an der Perleberger Brücke zu bestellen. „Dieser S-Bahnhof ist zur Anbindung der nördlichen Europacity dringend notwendig und könnte jetzt einfacher und schneller errichtet werden als später, wenn die Strecke schon in Betrieb ist“, mahnte der FDP-Abgeordnete.

Die Berliner City-S-Bahn ist seit 1999 im Bau

Schmidt kritisierte auch, dass auf dem zweiten Streckenast, der von Westhafen zum Hauptbahnhof führt, erst ab Ende 2026 erstmals S-Bahnen fahren sollen. „Dass die Anbindung des Hauptbahnhofes vorerst nur aus Richtung Wedding erfolgt und die Anbindung aus Richtung Westhafen vertagt wird, nutzt die neue Strecke viel zu wenig aus“, kritisierte er. „Es wäre sinnvoll, eine regelmäßige S-Bahn-Verbindung auch aus Richtung Westhafen zum Hauptbahnhof zu bestellen, zum Beispiel von Hermannstraße oder Halensee über den westlichen Ring.“ Der Senat müsse die Chancen, die das Streckenbauprojekt eröffnet, ergreifen, damit sich die große Investition auch wirklich lohnt.

Die 3,8 Kilometer lange City-S-Bahn (früherer Arbeitstitel: S21) ist seit 1999 im Bau. Eine Zeit lang hieß es, dass 2015 die ersten S-Bahn-Züge rollen. Doch es gab immer wieder Verzögerungen – zuletzt durch eindringendes Grundwasser. Die Kostenschätzung in Höhe von 227 Millionen Euro gilt als überholt. Der Bahnhof Perleberger Brücke würde die Aufwendungen um 30 Millionen Euro erhöhen, weil er in Hochlage an der Gabelung der Strecke entstehen würde. Dass der Ast von Westhafen erst später befahren werden soll, wird mit Wagenmangel begründet.