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Neuer Vorstandsposten: Ein Chief Operating Officer soll die Probleme der BVG lösen

1500 neue Wagen will die BVG bis zum Jahr 2035 anschaffen. 

1500 neue Wagen will die BVG bis zum Jahr 2035 anschaffen. 

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DPA/KAY Nietfeld

Die U-Bahn-Wagen in Berlin sind alt und generell sind es zu wenige. Immer wieder haben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) deswegen mit Ausfällen zu kämpfen – und die Fahrgäste mit Verspätungen und Platzmangel.

Der Aufsichtsrat der BVG unter Leitung von Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) versucht, dem Problem jetzt auch mit einer neuen Personalie im Vorstand beizukommen: Wenn Mitte 2019 Henrik Haenecke – Vorstand für Finanzen, Digitalisierung und Vertrieb – seinen Posten wie bereits bekanntgegeben verlässt, soll kein neuer Finanzexperte nachrücken. Stattdessen soll in Zukunft ein Manager einzig für den Betrieb zuständig sein. Er wird den Titel eines COO – also eines Chief Operating Officer – tragen. Der neue Vorstandsposten soll Anfang des kommenden Jahres ausgeschrieben werden, ein Start ist im August 2019 geplant.

1500 neue Wagen 

Diese Neuausrichtung im insgesamt dreiköpfigen Vorstand hat der Aufsichtsrat der BVG bereits am Freitag beschlossen, bekannt wurde sie aber erst am Mittwoch. Pop sagte der Berliner Zeitung, der Entschluss sei in „großem Einvernehmen“ gefallen. Bisher ist für den Betrieb die BVG-Vorstandsvorsitzende Sigrid Nikutta zuständig. In Zukunft wird sie den Bereich Finanzen übernehmen, Vorsitzende bleibt sie aber weiterhin.

„Von den Vorgängerregierungen wurde über Jahrzehnte viel kaputtgespart“, sagte Pop mit Blick auf den veralteten Fuhrpark. Man hole nun Versäumtes nach. 1500 neue Wagen hat die BVG bereits eingekauft. Bis diese gebaut und geliefert werden, dauere es allerdings noch. Unter diesen schwierigen Bedingungen setze die BVG den Fokus auch personell neu, mit einem Vorstand, der „sich allein um die Bussen und Bahnen kümmert“. Der neue Aufbau im Vorstand sei ein deutliches Signal, so Pop: „Der zuverlässige Betrieb hat höchste Priorität.“ Auf dem neuen Posten wünscht sich die Wirtschaftssenatorin einen Praktiker. „Jemand, der mit Betrieb, Infrastruktur und Technik bestens vertraut ist.“

Die Nachfrage steigt weiter

Die CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus war am Mittwoch von den Plänen noch nicht unterrichtet. Man werde sich das Vorhaben genauer angesehen, sagte Oliver Friederici, verkehrspolitischer Sprecher der CDU. „Mich wundert nur, dass Frau Nikutta den Betrieb jetzt nicht mehr übernimmt. Aus unserer Sicht hat sie das gut gemacht.“

Der Job des neuen Vorstandsmitglied wird kein leichter sein. Die 1500 neuen Wagen sind der größte Auftrag in der Geschichte der BVG. Sie sollen sukzessive bis zum Jahr 2035 auf die Gleise gesetzt werden. In diesem Jahr gehen nur 70 in Betrieb. Doch die Nachfrage steigt ständig weiter: 563 Millionen Mal fuhren Berliner 2017 mit der U-Bahn – 90 Millionen Mal mehr als 2007. Fahrgastverbände warnen bereits seit längerem vor einem Verkehrskollaps.