Wie viele Markthallen gab es eigentlich in Berlin? Wann und warum wurden sie eröffnet, fragt Heinz Dörfel aus Treptow.Am 2. Mai 1886 wurden die ersten vier Markthallen In Berlin eröffnet. Das waren die Zentralmarkthalle am Alexanderplatz, die Halle II in der Kreuzberger Lindenstraße, die Halle 111 in der Mauer-/Ecke Zimmerstraße und die Halle IV in der Dorotheenstraße. Berlin war damit die letzte europäische Metropole, die Markthallen baute.In den Jahrzehnten zuvor waren mehrfach Pläne von privaten Unternehmen gescheitert, Markthallen zu errichten und zu betreiben. Als jedoch 1880 dle Berliner Stadteisenbahn kurz vor ihrer Vollendung stand, kam wieder Bewegung In die Markthallenpläne. Denn Güter ließen sich unkompliziert und preiswert transportieren. Zu dieser Zeit gab es etwa 20 offene Märkte, die rund 1,15 Millionen Menschen mit Lebensmitteln versorgen mußten. Die Märkte hatten nur kurze Öff. nungszelten und untragbare hygienische Bedingungen.Die ersten vier Markthallen sollten die Versorgung der Berliner Innenstadt übernehmen. Gleichzeitig wurden die Wochenmärkte in deren Umgebung geschlossen. Weitere Markthallen folgten: Schon 1888 eröffneten die Hallen V bis VIII, die die Versorgung der äußeren Stadtbezirke übernehmen sollten. Bis 1892 kamen noch sechs Hallen für die Vorstädte hinzu.Drei Hallen, in der Eisenbahn- und der Arminiusstraße sowie die Ackerhalle, sind noch heute erhalten. 1950 eröffneten das "Kaufhaus für Jedermann" in der Müllerstraße und die Brunnenmarkthalle am Gesundbrunnen. Die Marheinekehalle wurde 1953 wiedereroffnet. Statt der Zentralmarkthalle gibt es an der Karl-Liebknecht-Straße in Mitte seit 1969 eine neue Markthalle.Täglich erhalten wir viele Leseranrufe. Leider können wir in dieser Rubrik nicht allen Hinweisen nachgehen. BARCHEN