Bernhard Kurz, Produzent von "Stars in Concert"

Einmal hat sich Bernhard Kurz von seinem Ziel abbringen lassen. Das war nach der Schule. Bis dahin bedeutete ihm Sport alles, doch schrieb er sich wegen eines Rückenleidens in Karlsruhe an der Universität in Wirtschaftswissenschaften ein. "Das war mir aber doch zu langweilig", sagt Kurz, "und dann habe ich Sport studiert."Der heute 47jährige landete an der Sporthochschule in Köln und spezialisierte sich dort auf Sportpsychologie. Er fing sogar noch ein gesondertes Psychologiestudium an, doch dann lockte ihn der Landessportverband Baden-Württemberg mit dem unglaublichen Angebot, die gesamte Trainerausbildung zu leiten. Da war Kurz 27 Jahre alt. Er hatte sich als Jugendbetreuer und Coach von prominenten Sportlern wie dem Fußballer Hansi Müller einen Namen gemacht. Kurz startete eine steile Karriere: Er leitete die baden-württembergische Trainerausbildung, war Reha-Trainer beim VfB Stuttgart, Bundeshonorartrainer bei den Leichtathleten und Bundestrainer der Bobfahrer.Nach acht Jahren hörte er auf, von heute auf morgen. Sein Bruder Friedrich Kurz hatte ihn zum Einstieg in die Produktion des Musicals "Cats" in Hamburg überredet. Bernhard Kurz zögerte nicht lange: "Im Sport hatte ich immer Probleme mit den Funktionären", sagt er. "Außerdem störte mich das Doping. Ich sah einfach von der Aufgabe her keine Perspektive mehr für mich."Der Einstieg ins Musicalgeschäft war ein Sprung ins kalte Wasser. "Ich mußte mich in alles einarbeiten, Licht, Ton, Kostüme, Marketing, Vertrieb. Aber es war toll, etwas aufzubauen." Zusammen brachten sie auch in Berlin Musicals heraus, unter anderm "Shakespeare & Rock n Roll". Seit 1994 arbeitet Bernhard Kurz allein als Musical- und Gala-Produzent. Zur Zeit läuft im Hotel Estrel in Berlin-Neukölln die Double-Show "Stars in Concert". Zwei weitere Musicals hat Kurz in der Schublade. Er ist jedoch frustriert, wie schwierig es ist, passende Aufführungsorte zu finden. Wieder stören ihn Filz und Bürokratie, doch anders als vor zwölf Jahren im Sport will er diesmal nicht die Branche wechseln, sondern eher den Ort: "Zur Zeit", sagt Kurz, "sehe ich mich in Las Vegas um."