Kaffee könnte Zähne vor Karies schützen. Das berichten italienische Wissenschaftler von der Universität Ancona. Die Forscher haben künstlichen Zahnschmelz mit verschiedenen Kaffee-Komponenten behandelt. Dabei verhinderten Chlorogensäure, Nicotinsäure und Trigonellin das Anheften von zahnzerfressenden Bakterien der Art Streptococcus mutans. Bakterienfilme auf der Zahnoberfläche sind die Hauptursache von Karies. Zunächst entsteht eine Schicht aus Speichelproteinen, auf der sich Pionierbakterien ansiedeln. Mit der Zeit kommen verschiedene andere Mikroben dazu, die mit Hilfe von Zucker wachsen und ein kleines "Ökosystem" bilden. Die Bakterien produzieren Säure, die den Zahnschmelz angreift. Bisher haben die getesteten Kaffeebestandteile diesen Prozess nur im Labor verhindert. Ob das auch bei echten Zähnen funktioniert, muss sich noch in Versuchen an Tieren und Menschen zeigen.Interessant ist, dass ausgerechnet diese drei Komponenten als Plaque-Stopper infrage kommen. Denn man weiß zwar schon lange, dass Kaffeebohnen antibakterielle Substanzen enthalten. Aber bisher hatte man sich vor allem auf das Koffein konzentriert. Das jedoch zeigte bei den Versuchen nur wenig Wirkung. Der effektivste Plaque-Bekämpfer scheint vielmehr der Bitterstoff Trigonellin zu sein. Auch koffeinfreier Kaffee könnte also dem Verfall der Zähne vorbeugen. (kv.)Journal of Agricultural and Food Chemistry, Bd. 50, S. 1225