Die Pläne zum Ausbau des ehemaligen Postfuhramtes in der Oranienburger Straße sind vorerst gescheitert. Noch ist die Fotogalerie C/O Berlin hier Mieter. Die israelische Investorengruppe Elad, die den Gebäudekomplex Mitte vorigen Jahres gekauft hat, plant indes nicht nur einen Hotel-Neubau im Innenhof und ein weiteres Gebäude mit Wohnungen hin zur Auguststraße, sondern will auch das Postfuhramt selbst bis auf die Fassade entkernen und ein größeres Dach aufstocken. Dieses Vorhaben hat der Landesdenkmalrat jetzt gestoppt. Schließlich steht eigentlich der gesamte Gebäudekomplex unter Denkmalschutz und schon dem Abriss der Garagen auf dem Hof - die ältesten in Berlin - stimmten die Denkmalschützer nur zögerlich zu, als ein früherer Investor seine Pläne eingereicht hatte. In dieser Woche nun lehnte auch der Bezirk Mitte die Pläne des Investors ab, bestätigte Frank Bertermann vom Bauausschuss. Der Bebauungsplan sei viel zu massiv. Überdies sei ein Bauvorbescheid verfallen, der eine Bebauung des Hofes erst erlaubte.Die Investoren müssen also neu planen, was die Situation der Mieter auf ihrer Suche nach neuen Räumen noch mal entspannen dürfte. Die Galerie C/O Berlin hatte der Investorengruppe erst in diesem Monat ein Bleiberecht bis Jahresende abgerungen, nachdem schon die Kündigung zum 31.März 2011 ausgesprochen war. Allerdings könnte sich die gesamte Angelegenheit noch mal in eine ganz neue Richtung entwickeln: Der Baustadtrat von Mitte, Ephraim Gothe, verweist darauf, dass der Bezirk von dem vorherigen Eigentümer des Areals, dem israelischen Investor Adi Keizman, eine Million Euro verlangt. Die werden fällig für die Wertsteigerung des Areals, das es durch die Sanierung der Spandauer Vorstadt erfahren hat. Allerdings hat Keizman laut Gothe im Dezember 2010 Insolvenz angemeldet. Gothe: "Möglicherweise ist der Kaufvertrag nicht rechtmäßig und muss rückabgewickelt werden". (bw./ua.)