Der Verfall der Frledenskirche Grünau soll gestoppt werden. Bezirk und Kirche diskutieren zur Zeit über ein Projekt zur Sanierung des 90 Jahre alten Gebäudes. Sie wollen das Haus künftig gemeinsam nutzen.Der rote Backsteinbau in der Eibseestraße Ist nicht zu übersehen. Von außen macht die 1904 eingeweihte Kirche einen guten Eindruck: Die Fenster sind in Ordnung, auch das Dach ist, zumindest auf der einen Seite, neu gedeckt. Anders prasentiert sich das innere. Farbe blättert von den Wänden, Risse haben das Material zerstört.,, Schuld daran ist die Latexfarbe, mit der die Kirche In den 60er Jahren renoviert wurde", ist sich Pfarrer Armin Vergens sicher.Originalfarbe entfernt"Seit dieser Zeit gab es im Inneren der Kirche keine Veränderungen", weiß Vergens. Dabei sei die Einrichtung bis 1945 Immer gut "in Schuß" gewesen. Damals zierten noch Teppichimitate -- die Originalbemalung von 1904 -- die Wände. Nach 1945 wurde dieser Anstrich entfernt.Ende der 70er Jahre war es dann soweit: Der Zahn der Zeit hatte so an dem Seitenschiff genagt, daß eine Zwischenwand entfernt werden mußte. "Dieser Teil der Kirche blieb seitdem ungenutzt", erinnert sich Vergens. Auch die Orgel und die Heizung funktionierten nicht mehr. "Während eines Gottesdienstes war es so kalt, daß durch das Eis auf dem Altar die Bibel ins Rutschen kam", erzählt Vergens eine Episode seines Vorgängers. Von 1980 bis 1991 fanden auf Grund des schlechten baulichen Zustandes nur zu Pfingsten und Weihnachten Veranstaltungen statt.Erst ein Jahr später wurde das im Rundbogenstil errichtete Gebäude wieder öfter genutzt. Frieren muß nun auch niemand mehr. Eine Baustellenheizung sorgt für die nötige Wärme ",Aber das ist nur provisorisch, die alten Gemäuer müssen endlich saniert werden, sonst fällt alles zusammen", betont der Pfarrer.Erste VorschlägeDie Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg teilt diese Auffassung. Eine Kommission, die aus kirchlichen und städtischen Vertretern besteht, berät "anderweitige Nutzungen von Kirchen". Für die Friedenskirche in Grünau liegen erste Vorschläge auf dem Tisch. So wollen künftig das Bezirksamt und die Grünauer Gemeinde das Gebäude gemeinsam nutzen. Demnach könnten im größten Raum Gottesdienste und Konzerte stattfinden. Auch die Musikschule hätte dort Probe- und Auftrittsmögiichkeiten. , Das Seitenschiff eignet sich für unsere Bibiiothek", sagt Amtsleiterin Margrit Beyrer. Zumal die bisher beanspruchten Räume in der Wassersportallee auf Grund eines Rückübertragungsanspruches demnächst verlassen werden müssen. Pfarrer Vergens begrüßt diese Idee.,, Eine Trennung zum Hauptschiff könnte durch eine Verglasung der Bögen erfolgen."Kulturstadtrat Dirk Retzlaff (PDS) hofft, daß 1995 mit den Umbauten begonnen werden kann. Hoffmann-Tauschwitz schätzt die Kosten auf rund fünf bis zehn Millionen Mark. "Den Hauptteil trägt die Kirche, aber auch das Land Berlin beteiligt sich daran", sagt der Referent. Steffi Bey Die Kirche in der Eibseestral3e.Das Innere der Friedenskirche Grünau bietet einen traurigen Anblick -- Farbe blättert von den Wänden.

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