Bezirk will Konflikte abbauen: Anwohner fürchten "Mau-Mau-Gang"

Den Anwohnern der Lankwitzer Emmichstraße an der Belá-Lüdecke-Siedlung ist eine Gruppe junger Leute ein Dorn im Auge, die sich allabendlich am Ende der Sackgasse trifft. Die Jugendlichen nennen sich selbst "Mau-Mau-Gangster", denn die Wohnanlage war bis zur Sanierung als "Mau-Mau-Siedlung" berüchtigt. "Wir haben viele Beschwerden erhalten", sagt Baustadtrat Norbert Kopp (CDU). Manche Nachbarn hätten sogar Angst, an den Jugendlichen nur vorbeizugehen. Die Bürger sorgten sich, sagt Kopp, dass vor ihrer Haustür ein Drogenumschlagplatz entstehe.Im Polizeiabschnitt 46 gilt das Gebiet zwar als "unauffällig". Doch Jugendamtsleiterin Elke Schubert räumt ein: "Die Gegend ist ein sozial belasteter Bereich. " Viele Sozialhilfeempfänger und Arbeitslose wohnten in der Siedlung."In den 50er-Jahren war die Wohnanlage für unverschuldet in Not Geratene gebaut worden", sagt GSW-Sprecher Andreas Mögelin. Bis zur Sanierung durch die GSW sei das Viertel heruntergekommen gewesen. Bis Ende 1998 sind durch Neubauten und Aufstockungen vorhandener Gebäude zusätzlich zu den bis dahin existierenden 223 Wohnungen 147 neue entstanden. Fast alle sind vermietet. Allerdings gibt es keine Anlaufstelle für Jugendliche in der Umgebung.Hagen Ludwig, einer von zwei Streetworkern die zweimal in der Woche zur Emmichstraße gehen, hält die Anwohnersorgen für übertrieben: "Dort ist kein Dealerplatz. Die trinken halt ihr Bier und rauchen Zigaretten. Vor denen muss niemand Angst haben. " Stadtrat Kopp kündigt an, dass der Bezirk die Situation entschärfen will: Die Hecken wurden gestutzt, damit der Platz am Ende der Emmichstraße besser einzusehen ist. Eine Polizeistreife fährt regelmäßig vorbei. Der ehemalige Luftschutzbunker in der nahen Malteserstraße wird zum Jugendzentrum umgebaut und soll im April fertig sein. Das Jugendfreizeitheim in der Wichurastraße wird neu gebaut und soll Ende dieses Jahres wieder eröffnet werden.