Finanzsenator Elmar Pieroth (CDU) und Bausenator Wolfgang Nagel (SPD) streiten sich um den Bau der einst für Olympia 2000 geplanten Mehrzweckh alle. Doch seit Monaten liegt das Gelände des ehemaligen Stadions der Weltjugend an der Chausseestraße brach. Dabei hat der Bezirk längst ein Alternativkonzept.Mit dem Abriß des Stadions, der vor mehr als zwei Jahren begonnen wurde, hat Mitte seine gr~sßte Sportanlage verloren. Seitdem rangiert der Bezirk mit einem Versorgungsgrad von 11,4 Prozent an sogenannten ungedeckten Sportflächen an letzter Stelle in Berlin. Drei Fußballfelder, neun Tennis- und zwei Werferplätze sowie eine Schwerathietikanlage wurden neben Grünflächen und Wegen auf dem rund 13 Hektar großen Areal platt gemacht.Hinter dem alten rostigen Zaun an der Chausseestraße erstreckt sich nur eine weite, kahle Fläche. Unkraut wuchert. Nichts ist übrig vom Stadionkessel, der bis zu 55000 Zuschauern Platz bot. Viele Anwohner verstehen nicht, wieso das Stadion abgerissen wurde, wenn dann doch nichts passiert. "Man hätte entweder bis zur Olympiaentscheidung warten sollen oder solange, bis ein richtiges Konzept vorliegt. Eine Schande ist das", schimpft Manfred Koster.Die Leute klagen auch, daß der Wind nun den Flugsand zu den Wohnhäusern trägt. "Alles, was Dreck ist, kommt zu uns rüber. Man kann ja seine Fenster nicht mehr aufmachen", sagt Waltraud Kuhn. Deshalb wurde vor drei Wochen eine spezielle Lösung mit Grassamen auf die Flächen gespritzt, dle zusätzlich mit Sprengern bewässert werden,Schon Ende vergangenen Jahres hat der Bezirk ein Gegen-Konzept für das Stadiongelände erarbeitet, nachdem die Olymplabewerbung gescheitert war. Es sieht Wohnen, Freizeit und Sport in einer grünen Umgebung vor. Mittes Sportstadtrat Dankward Brinksmeier (SPD): "Wir wollen ein Kleinstadion und zwei Nebenplätze, eine Sporthalle und vier Tennisplätze auf 62 500 Quadratmetern unterbringen. Mehr als die Hälfte dieser Fläche würde für Freitzeitanlagen wie Street-oder Beachball, für Liegewiesen, Kinderplansche und Wege genutzt." Außerdem sei Wohnungsbau vorgesehen.Schon im Dezember 1993 habe er deshalb an Sportsenator Jürgen Kiemann (CDU) geschrieben. Dieser antwortete, daß der Senat am Bau der Großsporthalle festhalte. Sollte das Projekt nicht verwirklicht werden, sei er bereit, den Bezirk bei der grundsätzlichen Zielrichtung seines Vorschlages zu unterstützen.Da Finanzsenator Pieroth wie berichtet den Bau der Olympia-Halle ausschließt, will Brinksmeier nun Klemann um seine Unterstützung bitten. "Ich hoffe, daß er auf unsere Planungen eingeht", so der Sportstadtrat. Der Beschluß zur Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplanes werde bereits im Bezirk vorbereitet. Uwe AulichÖdnis dehnt sich aus, wo einst das Stadion der Weltjugend stand.