BERLIN, 26. August. Die Affäre um den sächsischen Neonazi Mirko Hesse, der als V-Mann für das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) in der rechten Musikszene gespitzelt hat, weitet sich aus. Nach Informationen des "Tagesspiegel" soll der BfV-Spitzel Hesse auch am Vertrieb der CD "Noten des Hasses" der Naziband "WAR-White Aryan Rebels" beteiligt gewesen sein. Die Band ruft auf der Platte zum Mord an Michel Friedman, Alfred Biolek, Rita Süssmuth und anderen Prominenten auf. Wegen des von ihm mitorganisierten Vertriebs dieser und anderer Neonazi-CDs hat die Staatsanwaltschaft Dresden bereits im Juni Anklage gegen Hesse erhoben. Der inzwischen vom BfV abgeschaltete V-Mann sitzt zurzeit eine zweijährige Haftstrafe ab, zu der er im vergangenen Dezember wegen Volksverhetzung verurteilt worden war.Hesse, der im sächsischen Neustadt den Vertrieb "Hate Records" aufgebaut hatte, war bereits vor mehreren Jahren vom BfV angeworben worden, ohne dass das sächsische Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) darüber in Kenntnis gesetzt wurde. Er galt in der Szene als einer der wichtigsten Beschaffer von illegal produzierter Nazirockmusik, deren Vertrieb in Deutschland streng verboten ist. Von der WAR-CD "Noten des Hasses" sind in Deutschland mehrere tausend Exemplare von nur drei Neonazis in Umlauf gebracht worden. Zwei davon waren V-Leute des Verfassungsschutzes - neben Mirko Hesse auch der kürzlich festgenommene V-Mann des LfV Brandenburg, Toni St. (afö.)