Dort, wo jetzt das Ring-Center emporragt, stand bis vor zwei Jahren die Ringbahnhalle. 1915 erbaut, beherbergte sie fast 80 Jahre lange viele kleine Geschäfte. Bis 1993 nutzten Tausende Berliner die Markthalle.Eigentlich war in dem 1915 errichteten Gebäude ein Kino geplant. Daraus wurde nie etwas. Bis zum Herbst 1993 stand die Ringbahnhalle am S-Bahnhof Frankfurter Allee und wurde als Markthalle genutzt. In ihr waren viele kleine Stände und Läden untergebracht, und zahlreiche Berliner nutzten die Möglichkeit, nach Feierabend dort einkaufen zu gehen. Schlechter Zustand 1962 befand sich die Ringbahnhalle in einem wirklich schlechten Zustand. Frische Luft und Helligkeit waren dort Mangelware. Die Halle könne einstürzen, hieß es. Noch kurz zuvor hatten einige Händler ihre Stände wieder neu hergerichtet. Dennoch mußten mehrere Läden und Stände geschlossen werden, Verbotsschilder wurden aufgehängt und Holzzäune aufgestellt, um den Zugang zu verhindern. Lediglich der Eingang an der Rigaer Straße war noch geöffnet.Offiziell wurde den Händlern sogar mitgeteilt: "Beschafft euch Ausweichläden in der Umgebung." Viele HO- und Konsum-Geschäfte wurden verlegt. Die Kunden schimpften, denn auch sie waren nicht informiert worden. Im Winter 1962/63 wurde dann mit dem Umbau begonnen: Die Ringbahnhalle erhielt einen neuen Anstrich und verglaste Oberlichter. Die Stände wurden so aufgeteilt, daß sich die Kunden besser zurechtfinden konnten. Schmuckstück der Halle wurde damals der neue Fischstand mit einem großen Becken, eigenem Vorbereitungsraum und einem Arbeitstischchen. Auch Aufenthaltsräume für Händler, Verkäufer und Verkäuferinnen wurden eingerichtet. Nach dem Umbau gab es dort erstmals auch Waschräume und Toiletten. Auch 1973 wurde nochmals an der Ringbahnhalle gewerkelt: Eine Art "Kaufhalle" mit Wild, Geflügel und Milchprodukten im Angebot entstand.Zwar war die Ringbahnhalle wesentlich kleiner als die Markthalle am Alexanderplatz oder die Ackerhalle, für Friedrichshainer und Lichtenberger gehörte sie jedoch irgendwie dazu. Bis zu ihrem Abriß war sie für viele, die an der Frankfurter Allee die Verkehrsmittel wechselten, eine gute Möglichkeit einzukaufen.Nach der Wende entstand ein kleiner Markt neben der Ringbahnhalle. Diese hatte inzwischen wieder einen ähnlich schlechten Zustand wie 1962 erreicht. 1991 machten dann zum ersten Mal die Pläne der ECE-Projektmanagement die Runde. Händler verunsichert Bis zum Jahr 2000 sollte an der Frankfurter Allee ein großes Einkaufszentrum errichtet werden. Viele der Händler waren verunsichert. Dennoch dauerte es noch fast zwei Jahre, bis die alte Markthalle abgetragen wurde. Der Freiluft-Markt zog eine Straßenecke weiter, mußte später jedoch Baucontainern weichen. Am 8. Juni 1994 wurde der Grundstein für das Ring-Center gelegt.Länger als zwei Jahre schon ist die Ringbahnhalle verschwunden. Viele werden sich noch jetzt an sie erinnern. Nicht nur positiv. Aber sie gehörte für manch einen eben einfach "dazu". +++