Ein Polizist hat am Freitag morgen im Frankfurter Amtsgericht seine frühere Lebensgefährtin erschossen und deren Anwältin schwer verletzt.Mit 16 Schüssen aus seiner Dienstpistole hat ein 39jähriger Polizeihauptmeister in Zivil am Freitag im Frankfurter Amtsgericht seine Ex-Freundin erschossen und deren Rechtsanwältin lebensgefährlich verletzt. Nach ersten Informationen traf der Täter die 49jährige Frankfurter Anwältin dreimal, während bei der Toten, einer 33jährigen Iranerin, acht Schußwunden entdeckt wurden. Bei dem Gerichtstermin, zu dem der Polizeibeamte mit seiner Rechtsanwältin erschienen war, ging es um Unterhaltszahlungen an seine frühere Freundin. Mit ihr hat der Polizist ein anderthalbjähriges Kind. Nach den tödlichen Schüssen ließ der Polizist seine Waffe am Tatort liegen und stellte sich widerstandslos seinen zehn Minuten später eintreffenden Kollegen.Der seit langem anberaumte Termin vor dem Familiengericht war am Freitag gegen 9.50 Uhr beendet. Die zuständige Richterin hatte eine Entscheidung für April in Aussicht gestellt. "Soll das alles gewesen sein?", soll daraufhin der 39jährige Polizist gefragt haben. Ohne Vorwarnung soll er dann seine Waffe gezogen und acht Kugeln auf seine Ex-Freundin abgefeuert haben. Dann muß er sein Reservemagazin eingelegt und leergeschossen haben. Später wurden in dem schmalen Dienstzimmer von der Spurensicherung 16 Hülsen gefunden. Blutspuren zeigten, daß sich das 33jährige Opfer noch in den Flur hatte schleppen können, wo es tot zusammenbrach. Die Richterin alarmierte die Wachtmeister.Der gewaltsame Tod im Gericht hat die Diskussion um mehr Sicherheit in Gerichtsgebäuden erneut entfacht. Der Leitende Oberstaatsanwalt Hubert Harth verwies darauf, daß Gerichte öffentliche Gebäude seien und jedermann zugänglich sein müßten. Auch Hessens grüner Justizminister Rupert von Plottnitz, der von einem "erschütternden Ereignis" sprach, äußerte sich am Nachmittag vor der Presse skeptisch zur Sicherheitsfrage. Auch wenn, wie seit längerem geplant, in hessischen Gerichten bereits Metall-Detektoren installiert und mehr Sicherheitskräfte beschäftigt würden, sei eine absolute Sicherheit nicht zu gewährleisten, sagte von Plottnitz.Die Bluttat vom Freitag hätte selbst mit dem größten Sicherheitsaufgebot nicht verhindert werden können. Der als "unauffällig und engagiert" geltende Amok-Polizist hatte am Donnerstag seine Dienstwaffe mit nach Hause genommen. Der Vorgesetzte des Beamten bestätigte, daß die Waffe erst bei einer Abwesenheit vom Dienst von mehr als drei Tagen zu hinterlegen sei. "Selbst wenn wir ihn kontrolliert hätten, hätte er uns nur seinen Dienstausweis zeigen müssen", sagt der Justizvollzugsbeamte, der den Eingang des Gerichts kontrolliert. +++