Bodengleiche Duschen sind mehr als nur ein Trend. Sie gehören in jede barrierefreie Wohnung und passen auch in fast alle Bäder: Freie Fahrt in die Dusche

Alte Duschtassen haben ausgedient. Im öffentlichen und gewerblichen Bereich wie an Sportstätten, in Hotels, Krankenhäusern und Altenheimen haben sich die ebenerdigen Alternativen zur wadenhohen Wanne zum Standard entwickelt. Der Grund liegt auf der Hand: Ein durchgehender Badboden ist nicht nur schick. Er hält die Dusche auch im hohen Alter oder mit Rollstuhl noch zugänglich. Angesichts der alternden Bevölkerung bekommt das Thema "barrierefreies Wohnen" zunehmend Gewicht. Deshalb wollen immer mehr Menschen auch zuhause beim Duschen auf Bodenhöhe stehen. "Etwa 70 Prozent meiner Kundschaft wünscht sich diese Lösung", berichtet Irene Kosok, Innenarchitektin von Badkultur Berlin. Die Umsetzung ist in manchen Bädern allerdings schwer oder sogar unmöglich. Eine gewisse Raumgröße und vor allem ein gewisser Höhenunterschied zwischen Dusche und Fallrohr gilt als Grundvoraussetzung. "Dieses Gefälle von ein bis drei Prozent fehlt im Altbau oft." Nachfragen lohnt sich jedoch. Denn Fachleute sind angesichts der wachsenden Nachfrage findig geworden. "Inzwischen kennen wir sogar Sanitärbetriebe, die eine ebenerdige Dusche im obersten Stock eines Plattenbaus installieren können", sagt Veronika Vahrenhorst von der Koordinierungsstelle Rund ums Alter, die Senioren unter anderem dabei helfen, möglichst lange in der eigenen Wohnung zu wohnen. Grundsätzlich gilt: Je weiter die Dusche vom Abflussrohr entfernt liegt, desto höher muß sie liegen. Nur so erhält die Abflußrinne ausreichend Gefälle, damit das Wasser auch wirklich abfließt. Erfüllt das Bad diese Voraussetzung, gibt es viele kreative Lösungen. Das auffälligste Modell ist die Duschwand in Schneckenform. Es benötigt allerdings ein Bad von mindestens 15 bis 20 Quadratmetern Größe, um zur Geltung zur kommen und das ist in Deutschland eher selten. Das deutsche Durchschnittsbad misst laut Verband der deutschen Sanitärwirtschaft nur 7,7 Quadratmeter. Bunte Vielfalt der Bodenplatten In den meisten Bädern genügt es also, eine Trockenwand ins Bad einzuziehen und diese dann zu befliesen. "Noch mehr Platz erhält man, wenn man auf Duschtüren verzichtet", rät Irene Kosok. Darüber hinaus haben bodengleiche Duschen ein Bodenelement, wenn auch ein sehr flaches. Das Angebot reicht vom fertigen Natursteinboden bis zur befliesbaren Hartschaum-Schale. Letztere ist besonders beliebt, denn durch sie lässt sich der Boden an die Umgebung angleichen. Die Größen der Bodenelemente reichen von ganz klein -mit einem halben Meter Seitenlänge -bis komfortabel und rollstuhlfähig bei 125 auf 125 Zentimetern. Unter den Formen gibt es auch originelle Viertelkreise oder Fünfecke. Als besonderer Luxus wärmt die Duschbodenheizung von Illbruck mit einer elektrischen 12-Volt-Flächentemperierung die Fußsohlen beim Duschbad. Stabil muss die Platte sein. Denn fährt man mit einem Rollstuhl in die Dusche, ergeben sich hohe Punktbelastungen. Da bleibt nur noch das Problem der Abflussleistung zu lösen. In Altbauten beträgt der Fußbodenaufbau oft nur zehn Zentimeter und weniger. Doch auch hier fand man eine Lösung: Duschabläufe in einer Wandecke. Dorthin fließt das Wasser an der Wand entlang durch eine Ablaufrinne. Diese Rinnen können auch quer durch den Raum laufen. Wenn die Entwicklung so weitergeht, steht der ebenerdigen Dusche bald gar nichts mehr im Weg.------------------------------ServiceWohnen im Alter Vertretungen der Koordinierungsstelle "Rund ums Alter" gibt es in verschiedenen Bezirken. Sie beraten alternde Menschen auch bei baulichen Veränderungen. Infos unter: http://koordinierungsstellen-rundumsalter.de ---Förderung Im Förderprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gilt auch der "alten- und behindertengerechte Umbau (u.a. barrierefreies Wohnen)" als förderfähig. Infos unter www.kfw-foerderbank.de. ---Beratung Badkultur Berlin Badplanung und Beratung Architektin Irene Kosok Tel: 94 40 53 54 Mehr Informationen: www.badkultur-berlin.de ---Anbieter Bodenelemente: wedi GmbH Infos: www.wedi.de illbruck Sanitärtechnik, Infos:www.illbruck-sanitaertechnik.com ---Ablaufsysteme: Viega Deutschland Infos: www.viega.de Dallmer Sanitärtechnik Infos: www.dallmer.de------------------------------Foto : Wellness-Stil für zuhause: Immer mehr Bauherren entscheiden sich