Bagdad - Wie das das Innenministerium mitteilte, ereignete sich der Anschlag am Mittwoch auf einem Markt im südlichen Stadtviertel Dura. Der Ministeriumssprecher Saad Maan wies gegenüber der Nachrichtenagentur AFP Berichte zurück, dass der Anschlag christlichen Gläubigen gegolten habe, die gerade aus einer nahegelegenen Kirche gekommen seien.

Entsprechende Angaben hatte es zuvor aus Polizei- und Sicherheitskreisen gegeben. „„Der Anschlag richtete sich gegen den Markt und nicht gegen eine Kirche“, betonte Maan. Der Markt werde sowohl von Muslimen als auch von Christen gern besucht.

Nach ersten Angaben der Polizei war nach einem Weihnachtsgottesdienst eine Bombe in einem nahe der Kirche geparkten Auto detonierte. Die Explosion ereignete sich demnach genau, während die Gläubigen das Gotteshaus verließen.

Die Gewalt im Irak hat in diesem Jahr wieder einen neuen Höhepunkt erreicht. Seit Jahresbeginn wurden laut einer AFP-Zählung mehr als 6650 Menschen bei Anschlägen und anderen Gewalttaten getötet.

Sunnitische Aufständische wie die Extremistenorganisation Al-Kaida verstärkten ihre Angriffe. Sie attackieren Zivilisten, Sicherheitskräfte und mutmaßliche Unterstützer der von Schiiten geführten Zentralregierung in Bagdad. Allein in dieser Woche starben zahlreiche schiitische Pilger. Der schiitische Feiertag Arbaein fällt in diesem Jahr mit Weihnachten zusammen.

Auch Christen wurden immer wieder Ziel von Angriffen. So wurden bei einem Anschlag auf eine Kirche 2010 Dutzende Menschen getötet. (AFP/Reuters)