Um den Sportreporter Gerd Rubenbauer war es zuletzt in der ARD ziemlich ruhig geworden. Seit die bayerische Frohnatur ("Weißblau klingt's am schönsten", "Gaudimax", "Sternstunden") sich mit einigem Getöse aus dem Ersten zurückgezogen hatte, weil nicht er, sondern Reinhold Beckmann und WDR-Sportchef Steffen Simon bei der Fußball-WM 2006 kommentieren durften, machte er sich außerhalb des Bayerischen Fernsehens rar - und wirkte für das Erste hinter den Kulissen. So nahm der neue ARD-Biathlon-Experte Ricco Groß, der seit zwei Jahren für das Erste den TV-Experten an der Loipe und am Schießstand gibt, bei Rubenbauer nach eigenem Bekunden Nachhilfe-Unterricht für seinen Job am Mikrofon.Inzwischen aber hat Rubenbauer ein weiteres Betätigungsfeld gefunden. Für die Veranstalter der Ski-Weltmeisterschaften in Garmisch-Partenkirchen 2011, eine Tochter des Deutschen Ski-Verbands (DSV), fungiert er seit Februar dieses Jahres als Medienchef, der sich um die organisatorischen Fragen der Journalistenbetreuung kümmert. Das wiederum hält den umtriebigen Rubenbauer nicht davon ab, weiterhin für das Bayerische Fernsehen tätig zu sein. Ende letzten Monats moderierte er den "BR-Winterstar" in Bodenmais, wo die beliebtesten Wintersportler gekürt werden. Und er soll auch wieder für das Bayerische Fernsehen vor der Kamera stehen, wenn das BR-Fernsehen Ende Juni die Verleihung des Sportpreises des Bayerischen Ministerpräsidenten überträgt. BR-Sportchef Werner Rabe will von möglichen Interessenkonflikten mit Rubenbauers neuem Job nichts wissen und ließ auf Anfrage mitteilen, dass er bei einem freien Mitarbeiter keine Probleme sehe.Das wiederum verwundert dann doch ein wenig, da die ARD vor dem Hintergrund etlicher Dopingskandale seit einiger Zeit eigentlich versucht, die Distanz zu Sportlern und Sportveranstaltern zu vergrößern und die kritische Berichterstattung zu verstärken. So kam es gerade erst zwischen dem DSV und Sportreportern der ARD zu heftigen Kontroversen. Kaum hatten nämlich Hajo Seppelt und Thomas Purschke in der ARD-"Sportschau" sowie im WDR-Magazin "Sport Inside" auch die Rolle des DSV bei der Übernahme von ehemaligen DDR-Trainern thematisiert, die mit Doping- und Stasi-Vorwürfen konfrontiert wurden, hagelte es böse Mails aus der DSV-Zentrale. Schlechte Presse in der ARD ist halt nicht gut für das Geschäft. Dabei hatte die ARD zuletzt den Verband mit dem Abschluss eines Vertrags über die TV-Rechte praktisch vor der Insolvenz gerettet.Für den DSV trifft es sich in dieser Situation gut, dass der BR einen Moderator weiter beschäftigt, der auch für die Ski-WM 2011 in Garmisch tätig ist. Rubenbauers oberster Vorgesetzter ist dort der DSV-Präsident Alfons Hörmann. Er sitzt dem Präsidium des Organisationskomitees vor.------------------------------Foto: Gerd Rubenbauer