Rio de Janeiro - Brasiliens Wahlkampf nimmt nach dem Tod des sozialdemokratischen Spitzenkandidaten eine deutlich Wendung. Wie mehrere hochrangige Politiker der sozialistischen Partei PSB erklärten am Sonnabend erklärten, soll frühere Umweltministerin Marina Silva, ehemals eine Grüne, anstelle des bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommenen Campo gegen Staatschefin Dilma Rousseff antreten. Die Kandidatur von Silva sei so gut wie sicher, berichtete die Zeitung O Globo in ihrer Onlineausgabe. Die offizielle Entscheidung werde am Mittwoch verkündet. Marina Silva gilt als nicht korrupte Politikerin und als Stimme der Unzufriedenen, die im Juni 2013 in Massen auf den Straßen protestiert haben.

Der Wahlkampf selber nimmt in den Niederungen des Alltags teilweise irreguläre Formen an. In den Favelas von Rio de Janeiro bestimmen Drogenbanden und Milizen, wer dort Wahlkampf führen darf – und was das kostet. Knapp zwei Monate vor der Wahl trauen sich die Politiker nicht einmal mit massiver Polizeipräsenz in die Favelas, wenn sie nicht vorher einen Pakt mit dem organisierten Verbrechen geschlossen haben.

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