BRÜSSEL, 20. Dezember. Im Kampf gegen Marktabsprachen hat die EU-Kommission am Donnerstag erneut drastische Bußgelder verhängt. Zehn Unternehmen eines Papierkartells müssen 313,7 Millionen Euro (rund 614 Millionen Mark) Strafe zahlen, weil sie durch Absprachen überhöhte Preise durchgesetzt hatten. Die Firmen kontrollierten in den neunziger Jahren 90 Prozent des 850 Millionen Euro großen europäischen Marktes für Durchschreibpapier.Auch deutsche Firmen betroffenUnter den Firmen sind mit der Zanders Feinpapiere AG (29,8 Millionen Euro), der Papierfabrik August Koehler AG (33 Millionen Euro) und der Bielefelder Mitsubishi-Tochter HiTech Paper drei deutsche Hersteller. Das höchste Bußgeld muss der britische Marktführer Arjo Wiggins Appleton (184 Millionen Euro) zahlen. Laut Brüsseler Wettbewerbshüter ist die Strafe gegen das Papierkartell das zweithöchste je von der EU verhängte Bußgeld. Schärfer wurden nur Mitglieder eines weltweit operierenden Vitaminkartells bestraft. (sche.)