Nur Bücher zu verkaufen hat Abdullah Eryilmaz nicht mehr gereicht. Also hat er selbst ein Buch geschrieben. Darin stehen Geschichten, die der 44-Jährige erlebt hat, seit er 1975 aus Anatolien erst nach Köln, später nach Berlin gekommen ist. In seinem Buchladen an der Neuköllner Sonnenallee verkauft Eryilmaz nun sein erstes Werk neben Büchern türkischer Autoren in türkisch und deutsch, sowie Zeitungen und Musikkassetten. Eine davon hat Eryilmaz selbst aufgenommen. Er nennt sie Gastarbeiter-Lieder, gesungen auf türkisch und deutsch. Denn bevor Abdullah Eryilmaz vor zwei Jahren seinen Buchladen eröffnete, hat er als Maschinist gearbeitet, als Kraftfahrer und in einem türkischen Imbiss-Laden. Überhaupt ist der gelernte Bürokaufmann ein Multitalent. Für seine Kunden übersetzt er Texte, übernimmt deren Buchführung und vermittelt türkische Komparsen für Filmproduktionen. "Allein vom Bücher verkaufen kann man nicht leben", sagt Eryilmaz. Er sei zwar nicht reich, aber glücklich. Im Frühjahr will er wieder Blumenkübel mit Stiefmütterchen vor seinen Laden stellen. (str. )BLZ/STRAUSS Abdullah Eryilmaz