Lange haben die Grünauer auf ihn gewartet. Doch nun kommt er, der Biergarten an den verfallenen Ausflugsgaststätten Riviera und Gesellschaftshaus. Ende August will der Chef der Friedrichshagener Brauerei Bürgerbräu den Garten eröffnen. Eigentlich wollte Paul Häring bereits im Juni Bier im Freien ausschenken lassen. Einen echten Oktoberfestwirt hat er dafür engagiert. Doch dann kam es zu der Verzögerung: Beispielsweise musste die gesamte Fläche unter den alten Bäumen nochmals planiert werden. Das hatte der Eigentümer und Verpächter des Areals, die Treuhand Liegenschaftsgesellschaft TLG, zuvor offenbar nicht gründlich genug getan. Außerdem, sagt Häring, habe man die Toiletten in der Gaststätte Riviera, die seit zehn Jahren ungenutzt stehen, saniert. Die Biergartengäste sollten schließlich "ordentliche Toiletten" vorfinden. Zurzeit steht dem Zelt für tausend Gäste, das der Wirt aufbauen will, noch ein großer Baum im Wege. "Wir müssen mit den zuständigen Ämtern reden, dass wir eine Lösung finden", sagt Häring. In Bayern ist es üblich, dass ein Bierzelt um einen großen Baum herum errichtet wird und der Baum dann mit im Zelt steht. Der Ur-Bayer führt die Friedrichshagener Bürgerbräu-Brauerei seit 1992. In Grünau will er nicht nur Bier ausschenken lassen, es soll auch eine zünftige Brotzeit angeboten werden. Dafür hat Häring in seiner Brauerei umgeräumt: Platz wurde geschaffen für einen echt bayerischen Metzger sowie für einen Bäcker, der die "Preußen mit richtigen Laugenbrezeln" versorgt. Den Ort, wo das Bier herkommt, sollen Interessierte auch kennen lernen: "Täglich können Gäste mit einem historischen Dampfer von Grünau in unsere Brauerei schippern und dort Fässer mit frischem Bier abholen", kündigt Häring an. Über das Schicksal der beiden Traditionsgaststätten an der Dahme ist zehn Jahre nach ihrer Schließung immer noch nicht entschieden. Die TLG lässt bereits seit Monaten ein Gutachten erstellen. Das soll klären, ob es Investoren zuzumuten ist, die einzigen noch denkmalgeschützten Räume - den Ballsaal und die Stukkatur des Logenzimmers in der Riviera - in ihre Planungen mit einzubeziehen.HEIMATMUSEUM KÖPENICK Der mit Stuck verzierte, neun Meter hohe Festsaal der Riviera im Jahr 1930.