Die Planungen des Bezirksamtes Mitte für eine Erweiterung des Mauerparks zwischen Prenzlauer Berg und Wedding stehen auf der Kippe. Mehr als 2 500 Einwendungen gegen den Bebauungsplan haben Bürgerinitiativen jetzt an Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) übergeben. "Das Verfahren und auch die Bürgerbeteiligung ist eine Farce", sagt Heiner Funken vom Bürgerverein Gleimviertel. Tausende Bürger hätten auch im Internet gegen die Planung votiert.Gothes Konzept sieht vor, den Mauerpark auf Weddinger Gebiet um sechs Hektar zu erweitern. Der Grundstückseigentümer soll als Gegenleistung Baurecht für ein Wohngebiet nördlich des Gleimtunnels sowie an der Bernauer Straße erhalten. Aus Sicht der Anwohner stellt das aber "keinen angemessenen Umgang mit der historisch bedeutsamen Fläche dar". Sie kritisieren, dass ein Teil des denkmalgeschützten Tunnels abgerissen werden soll, um eine Erschließungsstraße für das Wohngebiet zu bauen.Ob ein Tunnelabschnitt abgerissen werden muss, ist aber offen. Nach Darstellung von Verkehrsgutachter Martin Richter könnte eine sechs Meter breite Straße auch westlich des Tunnels angelegt werden. Gothe favorisiert weiter eine Variante in der Tunnelmitte. "Es muss möglich sein, das Wohngebiet in alle Richtungen zu vernetzen", sagt er. Aufgrund der umstrittenen Planung nehmen die meisten Bürgerinitiativen inzwischen nicht mehr an den Gesprächen über die Gestaltung der neuen Mauerparkfläche teil. Sie drängen auf Änderungen. "Wir glauben nicht, dass eine so massive Kritik ohne Wirkung bleibt", sagt Heiner Funken. (ua.)