Am Freitag erhält der Bürgersaal im Rathaus Schöneberg seinen neuen Namen. Der umgebaute ehemalige Plenarsaal des Abgeordnetenhauses wird nach dem ehemaligen Regierenden Bürgermeister und Vorsitzenden der SPD, Willy Brandt, benannt.Ursprünglich stand der Name der Schauspielerin Marlene Dietrich zur Debatte, was der CDU überhaupt nicht gefiel. Ohne Ankündigung und erst kurz vor der Antragsberatung brachten die Christdemokraten dann Willy Brandt ins Spiel. Ein kluger Schachzug: Die SPD konnte sich dem Vorschlag nicht entziehen, und die CDU mußte nicht öffentlich gegen Marlene Dietrich Stellung beziehen.Eintritt für jeden freiDaß der Saal den Namen eines Politikers trägt, ist ein Novum. Als Bürgersaal ­ gedacht für Kulturveranstaltungen, Bälle, Volksfeste ­ ist er 1916 gebaut worden. Und bis 1949 das Westberliner Landesparlament dort einzog, hieß er auch so. Nach dem Auszug der Abgeordneten aus dem "Plenarsaal", erhielt der Raum seinen alten Namen zurück. In zweijähriger Arbeit wurde er zu einem multifunktionellen Veranstaltungsort umgebaut.Die Namensgebung soll am Freitag ab 19 Uhr im Haus am John-F.-Kennedy-Platz gefeiert werden. Kommen kann jeder, der Eintritt ist frei. Erwartet werden prominente Gäste wie der ehemalige Regierende Bürgermeister Klaus Schütz oder Altbundespräsident Walter Scheel. Letzterer ist Kuratoriumsvorsitzender der Willy-Brandt-Stiftung, die im Schöneberger Rathaus arbeitet und dort auch eine Dauerausstellung unterhält. (dt.)