Mit einer symbolischen Schlüsselübergabe hat die CDU am Freitag ihre neue Parteizentrale an der Klingelhöferstraße im Bezirk Tiergarten eingeweiht. In dem modernen, 65-Millionen Mark teuren Gebäude werden die Parteiführung der Bundes-CDU und rund 100 Mitarbeiter einziehen. Wegen der Spendenaffäre hatte die CDU-Spitze kurzzeitig überlegt, auf den Einzug in das Gebäude mit der gläsernen Fassade zu verzichten. Doch dann entschied man sich anders: Die Zahl der Mitarbeiter in der Bundesgeschäftsstelle wurde reduziert, zwei Stockwerke in dem sechsgeschossigen Neubau sollen vermietet werden. Dadurch will die CDU rund 700 000 Mark einsparen."Ich bin unglaublich erleichtert", sagte die CDU-Bundesvorsitzende Angela Merkel am Freitag bei der Eröffnung. Der Termin- und Kostenplan sei eingehalten worden. "Die CDU ist wieder da." Merkel erinnerte in ihrer Rede auch an Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl, der den Grundstein für das Gebäude gelegt hatte. Kohl selbst nahm an der Einweihungsfeier nicht teil. Es sei eine "mutige Entscheidung" gewesen, das Haus nach den Entwürfen der Architekten Petzinka, Pink und Partner aus Düsseldorf zu bauen. "Es erinnert mich an ein Schiff, das fest gebaut auf hoher See standhält", sagte Merkel. Nun sei die Fantasie der Berliner gefragt, welchen Spitznamen die Parteizentrale tragen solle. Zum Einzug erhielt die Bundesvorsitzende als Geschenk noch ein hochmodernes Fernglas, "damit sich der Weitblick für neue Wege noch vergrößert". "Die CDU ist jetzt richtig in Berlin angekommen", sagte der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU). Vom Tiergarten-Dreieck habe die Partei die Regierungsbauten und Ministerien "voll im Blick" und werde sich daran orientieren. Das Haus, das auch Diepgen an "ein Schlachtschiff" erinnert, stehe mit seiner Architektur für "Transparenz und Offenheit für unsere Gesellschaft". (cri.)BLZ/MICHAEL BREXENDORFF Von der neuen Zentrale aus peilt Angela Merkel den Wahlsieg an.