Mit einer "Notelf" muß die deutsche Fußball-Nationalmannschaft das fünfte EM-Qualifikationsspiel am Mittwoch gegen Wales bestreiten.Nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Jürgen Kohler (Adduktorenzerrung), Thomas Helmer (Oberschenkelverletzung) und Lothar Matthäus (Achillessehnenabriß) ist Bundestrainer Berti Vogts gezwungen, auch auf den wegen seiner "Schwalbe" für zwei Wochen gesperrten Dortmunder Andreas Möller zu verzichten. "Es handelt sich um keine Bestrafung von Möller", stellte DFB-Direktor Wolfgang Niersbach klar. Vielmehr sei es in der Nationalmannschaft Usus, daß in der Liga gesperrte Spieler für Partien der DFB-Auswahl nicht in Frage kommen. Laut den DFB-Bestimmungen bedeutet eine Sperre für Meisterschaftsspiele gleichzeitig auch eine Suspendierung für Länderspiele. "Ich lasse Andy nicht fallen", bekräftigte Vogts, der den Dortmunder aber auch kritisierte. "Ich verurteile das, was Möller gemacht hat, aber auch die Art, wie der DFB reagierte. Es kann nicht angehen, daß sich Ankläger Hilpert fünf Tage Zeit läßt und sich dann über die Medien äußert."Mich ärgert auch die Scheinheiligkeit eines meiner Kollegen, durch die Möller zum Freiwild gemacht wird." Gemeint ist damit der Karlsruher Coach Winfried Schäfer, der Möller heftig attackiert hatte. +++