Berlin - Es ist ein solides Standortkonzept, das Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) am Mittwoch vorgelegt hat. Ein Konzept, das einerseits den neuen Anforderungen an die Bundeswehr gerecht wird und zugleich der Tatsache Rechnung trägt, dass die Truppe eben immer auch ein Faktor der regionalen Wirtschaftsförderung gewesen ist und auch bleiben wird. So verteilt der Minister die Lasten des Personal- und Standortabbaus vergleichsweise gerecht über die gesamte Republik, auch wenn Schleswig-Holstein, das kleine Saarland oder Baden-Württemberg hart betroffen sind.

Wenn man dem soliden Thomas de Maizière etwas vorhalten möchte, dann seine Sympathie für die neuen Länder, die er von Streichungen nahezu verschont. Dies erklärt sich nicht allein durch die Ostalgie des Wahl-Dresdners, sondern durch die doppelte Erkenntnis, dass weite Teile des Ostens strukturell weiterhin unterentwickelt sind - die Bundeswehr hier aber einen nicht unerheblichen Teil ihres Personals gewinnt.

Der Protest gegen die Standort-Entscheidungen hält sich jedenfalls in Grenzen, was für die gute Vorbereitung des Ministers spricht. Anders sieht es in den betroffenen Kommunen aus. Sie sollten den großzügigen Hilfsversprechungen ihrer Landesregierungen nicht trauen. Die Standortschließungen früherer Jahre haben gezeigt, dass sie wirkliche Hilfe kaum zu erwarten haben.