Aus heutiger Sicht ist es kaum zu glauben, dass ausgerechnet der spätere NSU-Terrorist Uwe Mundlos trotz seiner damals schon bekannten rechtsextremen Anschauung bei der Bundeswehr an der Waffe ausgebildet und sogar befördert wurde.

Damit nicht genug: Der Militärische Abschirmdienst, kurz MAD, versuchte den Neonazi dann noch als Spitzel anzuwerben, ein Detail, das die Geheimen dem NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages vergangenes Jahr geflissentlich verschwiegen.

Nicht zum ersten Mal wurde deshalb die Abschaffung des Geheimdienstes gefordert, der die Bundeswehr vor Spionage, Sabotage und extremistischer Unterwanderung schützen soll. Die Bundeswehr erscheine nicht als „Schule der Nation, sondern als Schule der Neonazis“, kritisierte der Grünen-Politiker Wolfgang Wieland.

Wenn der MAD jetzt in die Offensive geht und einräumt, dass es im vergangenen Jahr 300 Rechtsextreme in der Bundeswehr gab, ist das zu begrüßen, auch wenn die hohe Zahl erschreckt. Bislang war von jährlich etwa 40 Rechtsextremen in den Reihen der Bundeswehr die Rede. Offensichtlich schaut der MAD nach dem NSU-Debakel jetzt genauer hin, welche Einstellungen die Soldaten haben. Es scheint den Militärs endlich aufgegangen zu sein, dass rechte Umtriebe in den eigenen Reihen nichts zu suchen haben. Schlimm genug, dass das all die vergangenen Jahre nicht der Fall war.