Kameras auf Berliner U-Bahnhöfen haben der Polizei schon in vielen Fällen dabei geholfen, Straftäter aufzuspüren. Nun rüsten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ihre Überwachungstechnik weiter auf - und testen im U-Bahnhof Kottbusser Tor in Kreuzberg, der als Kriminalitätsschwerpunkt gilt, neuartige Kameras. Im Herbst dieses Jahres soll die Erprobung beginnen, sagte der BVG-Sprecher Klaus Wazlak am Freitag. "Mit dem Einbau der neuen Kameras kommen wir gut voran. Im oberen Teil des U-Bahnhofs, der zur Linie U 1 gehört, sind wir bereits auf der Zielgeraden. Danach folgen die übrigen Bereiche" - auch der Bahnsteig an der Linie U 8.Alle 173 U-Bahnhöfe in Berlin sind mit Überwachungskameras ausgerüstet, pro Bahnsteig gibt es mindestens zwei. Doch alle Kameras sind starr montiert und können Bewegungen verdächtiger Personen nicht nachvollziehen. Dagegen lassen sich die Kameras im U-Bahnhof Kottbusser Tor schwenken und neigen. Außerdem haben sie Zoomobjektive- der Bildausschnitt und damit das Blickfeld kann verändert, ein Objekt optisch näher herangeholt werden. Alle Funktionen lassen sich von der Leitzentrale aus steuern. Es ist aber auch möglich, Kameras so zu programmieren, dass sie ständig hin- und herschwenken. Mit der Technik will die BVG den Überwachungsradius vergrößern.Ursprünglich wollte das Unternehmen auch eine Gesichtsfelderkennunung erproben. Um gesuchte Personen aufzuspüren, werden Gesichtsmerkmale mit Fahndungsbildern verglichen. Doch ein Test der Bundespolizei in Mainz habe ergeben, dass diese biometrische Technik noch nicht ausgereift sei, hieß es. Die BVG setze sie nicht ein.Weiterhin gilt: Alle Kamerabilder werden nach 24 Stunden automatisch überschrieben. Darum kommt die Polizei oft zu spät. "Für diese Regelung fehlt mir das Verständnis", so BVG-Chefin Sigrid Evelyn Nikutta. "Woanders werden Aufnahmen erst nach 48 Stunden gelöscht." (pn.)------------------------------Foto: Manchmal helfen Videokameras weiter. Aber nicht immer.