Santana-Konzerte sind -- 25 Jahre nach Woodstock und zwei Monate nach Woodstock 2- noch Immer ein Ereignis. So auch am Mittwoch abend, als der mexikanische Gitarrengott mit seiner Gruppe das Publikum Im ausverkauften Tempodrom euphorisierte. Berlin war bei dieser Tournee neben Hamburg der einzige Auftrittsort in Deutschland. Das Konzert im Zelt war ein Spiegelbild seines aktuellen Albums "Sacred Fire", eine gelungen. Mischung aus Santana-Evergreens und neuen Stükken. Garlos Santana hatte "Weitmusik" praktiziert, lange bevor dieser Begriff überhaupt geprägt war.Der bündige, direkte Musizierstil der Band zeigt, daß auch die letzten Jahre Rockmusikentwicklung nicht an ihr vorbeigegangen sind. Zugleich ist sie sich selbst und ihren Wurzeln treugeblieben: Lateinamerikanische Polyrhythmik durch das Trommelfeuer der drei Percussionisten und die langen fließenden Linien der Gitarren bilden nach wie vor das Markenzeichen dieser Ausnahmeband. Sie wirkte professioneller denn je, durch den bewährten Verzicht auf Show-Elemente erreichte sie Jedoch den aufregenden Effekt von Improvisation. Als lange Variationen von "Black Magic Woman" und "Oye como va" erklangen, tanzte das gesamte Tempodrom. Latin-Musik vom Feinsten: Carlos Santana begeisterte wieder mit seinem virtuosen Gitarrenspiel.