POTSDAM. Carsten Szczepanski, der ehemalige Spitzel des brandenburgischen Verfassungsschutzes, ist am Montag wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz zu einer Geldstrafe von 1 800 Euro verurteilt worden. Das Amtsgericht Potsdam sah es als erwiesen an, dass der einstige NPD-Funktionär Anfang 2000 ein Repetiergewehr in seinem damaligen Ladenlokal versteckt und damit "Verfügungsgewalt über eine Waffe" gehabt hat. Auch zwei andere Neonazis, mit denen Szczepanski seinerzeit gut bekannt war, verurteilte das Gericht wegen Waffenbesitzes zu Geldstrafen. Der Potsdamer Uwe M. hatte sich eine Pistole und ein Repetiergewehr besorgt und dies, weil er Hausdurchsuchungen fürchtete, zwischenzeitlich bei Szczepanski deponiert. Der 29-jährige Tino W. hatte sich eine nicht schussfertige, ältere portugiesische Maschinenpistole für seinerzeit 300 Mark besorgt. Laut Staatsanwalt handelten die beiden Mitglieder der rechten Szene aus einer diffusen Sammelleidenschaft für Militärisches. Vom Versuch, eine rechtsterroristische Gruppierung zu gründen, könne indes keine Rede sein, hieß es. "Ich bedaure es sehr, dass ich noch einmal mit dem Gesetz in Konflikt gekommen bin", sagte Szczepanski am Montag vor Gericht. Der 31-Jährige wurde am Montag vor Gericht von Personenschützern flankiert und war mit dunkelbrauner Langhaarperücke, Sonnenbrille und einem Vollbart getarnt. Pikant: Szczepanski stand noch auf der Lohnliste des brandenburgischen Innenministeriums, als er die Waffe damals an sich nahm. Folglich hat abermals ein V-Mann des Potsdamer Verfassungsschutzes eine Straftat begangen. Der Kontakt zu den brandenburgischen Verfassungsschützern war bereits während Szczepanskis Haftzeit zu Stande gekommen: 1995 war er wegen versuchten Mordes zu acht Jahren verurteilt worden. Er war daran beteiligt, als Neonazis einen Nigerianer in einem See zu ertränken versuchten. Weil Szczepanski bereit war, mit den Verfassungsschützern zusammenzuarbeiten, wurde er bereits nach gut vier Jahren Haft auf Bewährung entlassen. Im Juli 2000 flog Szczepanski, der damals eine Buchhandlung in Königs Wusterhausen führte, als V-Mann auf. Er wird in das Zeugenschutzprogramm aufgenommen und zieht fort. Das Innenministerium zahlt nach monatelangem Weigern im Oktober 2000 schließlich rund 23 000 Euro Schmerzensgeld an das nigerianische Opfer. (mak.)