Wenn es gut laufe, sagt Juli Zeh, werde aus der Aktion ein „digitales Fukushima“: ein Ereignis, das so großen öffentlichen Druck auslöst, dass die Regierung zum Handeln gezwungen wird. Nach der japanischen Reaktorkatastrophe sei Angela Merkel aufgrund des Aufschreis der Bürger schon einmal umgefallen und wurde von der Kernkraft-Anhängerin zur Vorreiterin des Ausstiegs. Wenn sich ein so heftiger Protest nun auch gegen die massenhafte Ausspähung der Bevölkerung durch Geheimdienste und Konzerne richtet, hofft die Schriftstellerin, „wird Frau Merkel zur obersten Datenschützerin“.

Juli Zeh gehört zu einer sechsköpfigen Autoren-Gruppe, die diesen Protest entfachen will: An diesem Dienstag, dem internationalen Tag der Menschenrechte, veröffentlichte sie in großen Zeitungen aus 30 Ländern einen Aufruf gegen die Überwachung. Staaten und Konzerne müssten die Privatsphäre respektieren, Regierungen nationale Gesetze und internationale Abkommen zu ihrem Schutz beschließen. Im Internet sammeln sie nun Unterschriften für diese Forderungen.

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