Die derzeitige Vize-Präsidentin des Berliner Verfassungsgerichtshofes, Margret Diwell, soll zur Präsidentin des Gerichts gewählt werden. Sie soll möglicherweise schon im März die Aufgabe von Helge Sodan übernehmen, dessen siebenjährige Amtszeit dann endet.Damit Diwell gewählt werden kann, muss allerdings das Gesetz geändert werden. Denn bislang ist es nicht möglich, ein amtierendes Mitglied des Gerichtshofes zum Präsidenten zu wählen. Über die Gesetzesänderung herrscht aber offenbar Einvernehmen unter den Mitgliedern des Abgeordnetenhauses. Die Wahl von Diwell und fünf weiteren Richtern, ihre Vorgänger scheiden turnusgemäß aus, muss mit Zweidrittelmehrheit erfolgen. Eine Wiederwahl ist nicht möglich. Diwell würde das Gericht vier Jahre, bis zum Ende ihrer Amtszeit führen.Über mangelnde Arbeit können sich die neun ehrenamtlichen Richter nicht beklagen. Mit 215 neuen Verfahren mussten sie sich im vergangenen Jahr beschäftigen. Mit so vielen Fällen habe kein anderes Landesverfassungsgericht zu tun, sagte Präsident Sodan gestern bei der Präsentation der Bilanz. "Vielleicht ist die Neigung, sich zu wehren, in Berlin ausgeprägter", sagte er. In 14 Fällen habe man der Verfassungsbeschwerde Recht gegeben, sagte er. Die Erfolgsquote liege beim Bundesverfassungsgericht bei etwa zwei bis drei Prozent. (tom.)