Wer Chuck Hagel in seinem Büro im Zimmer 248 im Russell Office Building besucht, wird verführt - mit einem Apfel. "Hier nehmen Sie", sagt Hagel und deutet auf eine Schale mit knackig grünen Granny Smith. Er ist ein unkomplizierter Mann, der sein Jackett im Büro auszieht, für Fotos mit seinen Besuchern posiert und keinen Hehl aus seiner Begeisterung für das Football-Team seines Heimatstaates macht. Sogar die Glasuntersätze in seinem Büro sind rot-weiß wie die Husker-Farben. Ansonsten sieht Hagels Büro aus wie ein kleines Museum der amerikanischen Geschichte. An den Wänden hängen Bilder von Reagan, Roosevelt und dem von ihm verehrten Dwight Eisenhower. Es gibt ein älteres Bild von Hagel in Vietnam - er ist einer der wenigen Kriegsveteranen im Senat. Überraschend sind die Fotos mit George W. Bush. Denn Hagel, wie Bush Republikaner, ist einer der schärfsten Kritiker des Präsidenten und seiner Politik - vor allem seiner Außenpolitik.Senator Hagel, derzeit werden Sie in Washington als Vize-präsident oder Verteidigungsminister für den Demokraten Barack Obama gehandelt. Gefällt Ihnen das?Jeder Politiker hat es gerne, wenn sein Name positiv erwähnt wird. Ich erwarte nicht, dass ich auf der Liste von irgendjemandem bin. Wenn ich im nächsten Jahr meinen Posten als Senator abgebe, werde ich wieder Privatmann werden. Aber die Aufmerksamkeit ehrt mich. Offenbar finden einige Leute, dass ich etwas beizutragen habe. Aber ich erwarte nichts.Sollte Ihnen eine Kabinettsposition angeboten werden, würden Sie aber nicht ablehnen?Wenn mich der US-Präsident bittet, dem Land zu dienen, dann werde ich es erwägen. Das heißt aber nicht, dass es wirklich dazu kommt. Es muss genügend Übereinstimmung zwischen dem Kandidaten und mir in den wichtigen Punkten bestehen.Angenommen, es gibt diese Übereinstimmung, und Sie werden Vizepräsident, was wäre der erste Rat, den Sie dem neuen Präsidenten geben würden?Als Erstes würde ich ihm raten, ein paar Tage frei zu nehmen und zu relaxen. Als Zweites sollte er die klügsten und fähigsten Leute aus beiden Parteien um sich sammeln, um dieses Land zu regieren und die Welt zu führen. Das Wichtigste für einen Präsidenten sind ein gutes Urteilsvermögen und gute Berater. Erfahrung ist auch wichtig. Aber nicht so wichtig wie Urteilskraft und gute Berater. Er soll sich Leute aussuchen, die sich nicht ihrer Partei, sondern dem Land verpflichtet fühlen. Wir müssen wieder einen Konsens in diesem Land erreichen. Deshalb sollte der Präsident auch schnellstmöglichst Kontakt zum Kongress und den Vorsitzenden beider Parteien aufnehmen.Das hört sich unglaubhaft harmonisch an, gemessen an dem aktuellen Verhältnis zwischen Präsident und Kongress.Natürlich wird es Debatten und Spannungen geben. Aber der nächste Präsident muss in den ersten sechs Monaten einen Regierungskonsens zustande bringen. Er muss dieses Land mit sich versöhnen und uns wieder einen Sinn für Gemeinschaft geben, damit wir uns mit den wirklichen Themen befassen können. Das gilt auch für unsere Bündnispartner. Der neue Präsident sollte so schnell wie möglich ins Ausland reisen und sich mit Alliierten zusammensetzen. Er muss uns, die Vereinigten Staaten von Amerika, der Welt neu präsentieren.Was wird er von den Alliierten, wie zum Beispiel Deutschland, fordern?Ich glaube nicht, dass es darum geht, etwas zu fordern. Allianzen basieren auf gemeinsamen Interessen. Dass die Nato-Länder heute Truppen in Afghanistan haben, liegt an ihrem gemeinsamen Interesse an einem stabilen Mittleren Osten. Partnerschaft ist der Schlüssel zu Allianzen, und ich meine, in den letzten Jahren sind wir davon abgekommen. Die USA waren in den letzten Jahren zu unilateral.Welcher der beiden Kandidaten hat Ihrer Meinung nach das bessere Urteilsvermögen?Das können wir erst sagen, wenn einer von beiden Präsident ist. Ich glaube, beide haben generell gutes Urteilsvermögen bewiesen. Beide sind qualifiziert dafür, Präsident zu sein.Aber mit Ihrem Parteifreund John McCain stimmen Sie in einem sehr wesentlichen Punkt nicht überein. Sie waren und sind einer der erbittertsten Gegner der Irak-Politik von George W. Bush und damit von McCain. Sie haben die Truppenaufstockung abgelehnt und sind noch immer der Meinung, dass sie falsch war.Wir sind das sechste Jahr in Irak. Es gibt zwar Fortschritte, aber seit Beginn der Truppenaufstockung wurden mehr als 1 000 US-Soldaten getötet und Tausende verwundet. Wir geben noch immer wöchentlich drei Milliarden Dollar aus, und es gibt immer noch keinen Fortschritt in der politischen Versöhnung zwischen den Irakern. Wo ist der Fortschritt im Öl-Gesetz? Gibt es eine Einigung für regionale Wahlen? Die schiitischen Milizen kontrollieren noch immer weite Teile Iraks, die Regierung selbst kontrolliert nicht einmal die Hälfte der Provinzen. Unser Militär kann das auf Dauer nicht aufrechterhalten. Es stand immer außer Frage, dass sich die Lage verbessern würde, wenn man überwältigende amerikanische Feuerkraft und fünf Divisionen der besten Soldaten einsetzt. Das habe ich niemals bezweifelt. Aber das ist nicht die Frage. Ich will wissen, warum unsere Soldaten immer noch dort sind, wenn wir so großartige Fortschritte machen. Das Leben der Iraker hat sich nicht verbessert, seitdem wir dort sind. Mehr als 60 Prozent halten uns für Besatzer. Das ist schlimm. Ich war und bin gegen die Truppenaufstockung, weil uns das noch tiefer nach Irak hineinzieht.Aber haben Sie keine Angst, dass das Land nach einem Rückzug der USA im Chaos versinkt?Wir haben sie angegriffen, wir haben alles durcheinander gebracht. Ich habe nie gesagt, dass es einen sofortigen Rückzug gibt. Es muss zeitgerecht sein, es muss in Zusammenarbeit mit den Irakern sein. Und natürlich brauchen wir ein regionales Sicherheitskonzept, das wir bislang ignoriert haben. Deshalb müssen wir mit Iran und Syrien verhandeln. Es wird keinen Frieden in Irak ohne die Iraner und die Syrier geben. Ich glaube, in Irak wird auch in den nächsten Jahren Blut fließen. Das hat nichts mit uns zu tun. Es gibt keine guten, keine einfachen Lösungen. Vielleicht wird der Rückzug zwei Jahre dauern. Logistisch kann man 150 000 Soldaten gar nicht innerhalb eines Jahres aus dem Land holen.Sie sind Republikaner, aber hören sich an wie Barack Obama, wenn Sie über den Irak sprechen. Stimmen Sie mehr mit seinem Plan überein?Er stimmt mit meinem Plan überein - so herum ist es richtig. Senator Obama und ich sind da auf einer Wellenlänge. Wir haben viele Gespräche über Irak geführt. Wir sind beide Mitglieder des Auswärtigen Ausschusses. Er hat niemals gesagt, dass wir uns verantwortungslos zurückziehen werden. Wir müssen uns behutsam zurückziehen und dafür sorgen, dass die irakischen Sicherheitskräfte mehr Verantwortung übernehmen. Die Bush-Regierung hat das nicht getan. Sie sprechen von einem endlosen Engagement. Ich meine, dass der Kandidat, der uns einen verantwortungsvollen und plausiblen Weg aus Irak zeigt, der nächste Präsident der USA wird. Wir wissen, dass die Mehrheit der Amerikaner den Krieg für einen Fehler hält und will, dass wir abziehen.Warum ist Ihr Freund und Parteikollege John McCain denn dann so überzeugt davon, im Irak bleiben zu wollen?Ich weiß es nicht. Ich respektiere seine Meinung. Aber ich teile sie nicht.Gilt das auch für seine kompromisslose Haltung gegenüber Iran?Ja. Ich bin für bedingungslose, direkte Verhandlungen. Wir stecken in einer strategischen Sackgasse im Nahen Osten, und das ist unsere eigene Schuld. In den vergangen sieben Jahren ist die Situation im Nahen Osten schlimmer geworden, ganz egal von welcher Warte aus man es betrachtet. Unsere Politik ist fehlgeschlagen. Wenn wir so weitermachen, wird der gesamte Nahe Osten in Flammen stehen.Rechnen Sie mit einem Krieg?Die militärische Option ist immer eine Option für eine Großmacht. Aber es sollte die letzte Option sein. Wir sollten mit Iran sprechen. Ich weiß nicht, ob wir am Ende miteinander verhandeln können, aber wir sollten es zumindest versuchen. Diplomatie ist nicht Appeasement. Es ist der kluge Handlungsweg.Sie haben sich mit iranischen Diplomaten getroffen. Was haben Sie dabei gelernt?Die Realität. Jede Nation hat eine eigene Sichtweise auf die Welt, auf ihre Rolle und auf die USA, die sich von unserer Sichtweise unterscheidet. Das heißt nicht, dass sie falsch liegen. Das ist die Grundlage zu Diplomatie. Nur wenn du die andere Sichtweise verstehst, kannst du ein Einverständnis erzielen und ein gemeinsames Ziel formulieren. Aber wenn du polarisierst oder deine Sichtweise einem anderen aufzwingst oder meinst, die USA hätten die einzig richtige Sichtweise, dann wirst du Fehler machen.Was haben die USA Iran anzubieten?Diplomatische Anerkennung, Handel, Technologien, Investment in ihre Wirtschaft, die sie dringend brauchen, um den Wünschen der jungen Generation nachzukommen. Wir können ihnen Hilfe in Sicherheitsfragen bieten, wir können helfen, Iran in die Weltgemeinschaft einzubetten, ohne Sanktionen, ohne Beschränkungen. Wird das alles in zwei, drei oder fünf Jahren gelöst werden? Nein. Aber wenn wir unsere Handlungsweise nicht ändern, wird es in einem Desaster enden.Was ist Ihr Horrorszenario?Ein Krieg, der nicht zu kontrollieren ist, mit schrecklichen Konsequenzen. Wenn wir in eine Situation kommen, in der Israel Iran angreift, Iran darauf antwortet und uns mit hineinzieht, sich dann Russland und China einmischen und Pakistan. Dann sprechen wir plötzlich von Nuklearmächten, von der Möglichkeit, dass eine dieser Mächte eine taktische nukleare Waffe benutzt. Unsere bisherige Politik führt genau dorthin. Der neue Präsident muss das vermeiden. In diesem Punkt sehen John und ich die Welt anders.Barack Obama hat nie einen Krieg gesehen. Trauen Sie ihm als Obersten Befehlshaber?Ich bin immer skeptisch, wenn Präsidenten Soldaten oder auch eine Nation in den Krieg schicken und sie selbst nie einen Krieg erlebt haben. Dass heißt aber nicht, dass ich meine, sie könnten nicht führen. Ich war in Vietnam 1968, im schlimmsten Jahr. Damals starben 16 000 Amerikaner in nur dem einen Jahr. Zwölf Monate lang habe ich das hautnah miterlebt. Wenn du das siehst, wirst du zwar nicht Pazifist, aber du tust alles, um sicher zu gehen, dass militärische Macht das letzte Instrument ist. Instrumente der Macht sind Handel, Diplomatie, Allianzen, Beziehungen und militärische Drohungen. Aber du kannst dich nicht nur auf das Militärische verlassen.Also meinen Sie, Obama kann ein guter Befehlshaber sein?Es gibt viele Präsidenten, die nie gedient haben und gute Oberbefehlshaber waren. Bill Clinton zum Beispiel oder Franklin Roosevelt. Es ist, wie ich vorher sagte: Der Präsident braucht gute, kluge Leute um sich. Der Präsident der USA steht so unter Druck von allen Seiten. Er kann nicht alles wissen und kluge Entscheidungen treffen. Er wird Fehler machen. Doch sollte er die Fehler nicht bei wichtigen Dingen machen.Aber hat man das nicht auch im Falle von George W. Bush gesagt? Hieß es nicht auch, Bush habe kluge, erfahrene Berater in Vizepräsident Dick Cheney und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld?Da sehen Sie, dass man nichts vorhersehen kann. James Buchanan galt als der Politiker mit der meisten Erfahrung, und Historiker halten ihn übereinstimmend für den schlechtesten Präsidenten in der Geschichte der USA. Abraham Lincoln hingegen galt als unerfahren und wird heute als einer der besten Präsidenten verehrt. Aber Lincoln machte eben etwas sehr Kluges, er nahm seine ehemaligen Gegner mit ins Kabinett. Er nahm sogar einen Vizepräsidenten aus der anderen Partei.Sie haben die Außenpolitik Ihres Parteifreundes George W. Bush arrogant und rücksichtslos genannt. Was soll denn auf diese neokonservative Ideologie folgen?Eine praktische, realistische, relevante Politik, die die Realitäten dieser Welt akzeptiert. Die Idee, dass wir der Welt Demokratie bringen, war von Anfang an verrückt. Du kannst nicht als Präsident der USA ein anderes Land auswählen und sagen, wir bringen euch jetzt Demokratie, und deshalb werdet ihr bessere Menschen und ein besseres Land. Das widerspricht der Geschichte und der Realität. Wo war das geschichtliche Verständnis für Babylon, für den Streit zwischen Sunniten und Schiiten, zwischen den Persern und den Arabern, den unterschiedlichen Stämmen, den Kurden und den Türken? Irak ist das Zentrum für all diese Konflikte, und nur der Gedanke, dass wir da hinein- walzen und Demokratie bringen, ist falsch. Ich halte diese Regierung für inkompetent und rücksichtslos. Vermutlich die rücksichtsloseste Regierung, die wir jemals hatten.Sie haben aber damals für den Krieg gestimmt. Bereuen Sie das heute?Ich wurde getäuscht. Der Präsident hat mir persönlich versichert, dass sie der Diplomatie eine Chance geben und die IAEA (UN-Atomaufsichtsbehörde) ihre Arbeit machen lassen würden. Nach dem Versprechen war ich der Meinung, dass die Welt eine vereinigte amerikanische Regierung sehen sollte.War das nicht naiv von Ihnen?Das ist eine interessante Frage. Sind wir in dieser Republik, in dieser großartigen Demokratie, so weit gekommen, dass man dem Präsidenten per se nicht mehr trauen kann? Wenn das so ist, dann haben wir mehr Probleme als die Menschen im Irak. Mit meinem Wissen von heute würde ich natürlich nicht mehr für diese Resolution stimmen. Es war ein Fehler.Die Idee der Gründerväter war, mit einem System von Kontrolle und Gleichgewicht die Macht der Staatsgewalten - vor allem des Präsidenten - zu beschränken. Nach dem 11. September, dem ersten wirklichen Test, ist dieses System kollabiert. Wo war der Kongress?Die Angst hat uns gelähmt. Die Regierung hat die Angst ausgenutzt und ihre Wiederwahl dadurch gewonnen. Die Demokraten haben als Oppositionspartei versagt, weil sie Angst hatten. Diese Regierung hat den Kongress wie eine lästige Nervensäge behandelt, und wir haben es mit uns geschehen lassen. Wir haben ihnen erlaubt, uns unwichtig zu machen. Wir haben vergessen, dass wir Artikel eins der Verfassung sind. Daraus werden wir unsere Lektionen lernen.84 Prozent der Amerikaner meinen, dieses Land sei auf dem falschen Weg. Die Mehrheit gibt Ihrer Partei die Schuld. Warum sind Sie heute noch Republikaner?Ich bin 1968 der Partei beigetreten, weil ich den Republikanern und ihrer Philosophie über die eingeschränkte Macht der Regierung näher stand als den Demokraten. Unter Republikanern gibt es jedoch heute große Unsicherheit über die Prinzipien der Partei. Was ist die Republikanische Partei? Wofür steht sie? Es war früher die Partei von General Eisenhower. Sie stand für freien Handel, verantwortliches Haushalten, starke Verteidigung, eingeschränkten Einfluss der Regierung, individuelle Verantwortung. Diese Grenzen sind heute verwischt.Aber innerhalb Ihrer eigenen Partei gelten Sie, ein wenig wie John McCain, als Querdenker. Einigen Leuten wäre es vermutlich lieber, wenn Sie die Partei verließen.Was wir heute sehen, ist eine interessante Evolution im politischen Denken. Die größte Wählergruppe in den USA sind unabhängige Wähler. Die meisten von ihnen haben die Republikanische Partei verlassen, einige haben die Demokratische Partei verlassen. In fünf Jahren werden wir vielleicht eine völlig neue politische Struktur in diesem Land sehen. Wir haben dann vielleicht eine dritte Partei oder Parteien, die sehr anders sind als die heutigen.Sie sind in dem Präriestaat Nebraska aufgewachsen. Was lag dort in der Luft, das Sie zum Querdenker gemacht hat?Vielleicht waren es die weiten offenen Räume, das Fehlen von Grenzen. Es gab keinen Horizont in Nebraska. Der Himmel war offen. Das hatte Einfluss auf mich und meine Entwicklung. Es erlaubt, den Geist zu öffnen und kreativer und toleranter zu sein. Du bist nicht in den urbanen Grenzen eingesperrt, nicht in Ideologien gefangen. Man atmet und denkt anders. Das heißt aber nicht, dass ich besser bin als andere.In Ihrem Buch "America: Our next chapter" schreiben Sie über Führungspersönlichkeiten und fantasieren, wen Sie auf Ihrem eigenen Mount Rushmore in Stein schlagen lassen würden. Neben den dort verewigten vier Präsidenten - Washington, Jefferson, Roosevelt, Lincoln - wollen Sie weitere Leute verewigen - unter anderem Ihre Mutter. Warum?Meine Mutter repräsentiert alle Frauen, die so waren wie sie und Führerschaft dadurch gezeigt haben, wie sie ihre Kinder aufgezogen haben. Sie haben Führungsrollen in ihren Gemeinschaften übernommen, in ihren Kirchen und Synagogen. Es geht hier nicht nur um meine Mutter. Sie ist nur eine Repräsentantin der anderen.------------------------------Chuck HagelSenator Charles Timothy "Chuck" Hagel wurde am 4. Oktober 1946 in Nebraska geboren und vertritt seit 1996 den Staat im Senat. Er ist Mitglied in vier Ausschüssen: unter anderem jenen für Auswärtiges und Geheimdienste. Anfang des Jahres dachte er über eine Präsidentschaftskandidatur nach, entschloss sich aber dagegen und gab auch seinen Rückzug als Senator bekannt.Chuck Hagel und sein Bruder Tom, die deutsche und polnische Vorfahren haben, dienten ein Jahr mit der neunten US-Infanterie in Vietnam. Während seines Studiums als Radio- und Fernsehjournalist arbeitete Hagel als Bartender und Radio-Sprecher. Später vertrat er als Lobbyist die Reifenfirma Firestone und war Mitbegründer der Handy-Telefongesellschaft Vanguard Cellular - was ihn zum Millionär machte.Wegen seiner Kritik an der Bush-Regierung macht sich Hagel innerhalb seiner eigenen Partei mitunter unbeliebt. In Nebraska drohte der republikanische Staatsanwalt damit, gegen Hagel zu kandidieren, wenn der nicht freiwillig von seinem Senatsposten zurücktritt.Sein jüngstes Buch "America: Our next chapter" (Amerika: Unser nächstes Kapitel) ist in diesem Jahr im Ecco Verlag erschienen und wird von prominenten Lesern, wie Ex-Notenbank-Chef Alan Greenspan, Ex-Außenminister Colin Powell und Ex-UN-General- sekretär Kofi Annan empfohlen.Hagel und seine Frau Lillibet haben zwei Kinder und leben derzeit in Virginia.