Als Citroen Ende vergangenen Jahres den 1,4-Liter-Saugdiesel mit 50 PS Leistung in den Ruhestand schickte, verabschiedete sich zugleich auch das bis dato sparsamste Serienauto der 90er Jahre. Für den subkompakten AX Diesel stand der konkurrenzlose Drittelmix-Verbrauch von 4,2 Litern zu Buche. Der neue Ölbrenner für den französischen Kleinwagen schöpft nunmehr aus 1,5 Liter Hubraum 54 PS, erfüllt die sich weiter verschärfenden Abgasnormen und verbraucht 0,3 Liter mehr als sein Vorgänger. Dennoch bleibt der AX Diesel mit 4,5 Litern (Werksangabe) das mit Abstand sparsamste Auto auf dem deutschen Markt.Wer mit diesem Wissen gewappnet den ansonsten recht betagten AX besteigt, ist geneigt, ihm manches nachzusehen. Das scheint auch nötig, wenn man sich mit dem seit 1987 ohne einschneidende Veränderungen produzierten Einsteiger in die Doppelwinkel-Marke anfreunden will. Zwar steht das 3,53-Meter-Auto mit seinem ordentlichen Fahrwerk und seinen guten Platzverhältnissen auch heute noch auf der Höhe der Zeit. Doch in vielen Ausstattungsdetails kann der AX mit der durchweg jüngeren Konkurrenz nicht mithalten. Airbag oder Anti-Blockier-System gibt es auch für Geld und gute Worte nicht. Ebensowenig eine Servolenkung. Die vorderen Sicherheitsgurte sind nicht einmal höhenverstellbar. Fehlanzeige auch bei den hinteren Kopfstützen.Das alles aber gerät in Vergessenheit, sobald man den Zündschlüssel herumgedreht hat. Dann erwacht ein Motor, der beim ersten Kick aufs Gaspedal zur Sache geht, daß es eine wahre Freude ist. Mit sonorem Gebrumm und flinker als manch 60-PS-Benziner sprintet der Ölbrenner mit dem AX davon. Gegen den Vorgänger, der zwar als unübertroffener Knauser, dafür aber als ausgemachtes Rauhbein seinen Dienst tat, ist der neue Selbstzünder so etwas wie ein Ölprinz. Gute Laufmanieren gehen einher mit beachtlicher Durchzugsstärke, die Sicherheit gibt beim Überholen und auch schaltfaulen Naturen gerecht wird.Bei Bedarf erreicht der wendige Fronttriebler in weniger als 14 Sekunden Tempo 100. Zügig beschleunigt die Dieselfuhre weiter bis zur werksangegebenen Höchstgeschwindigkeit von 158 km/h. In der Ebene eilt die Tachonadel bei Vollgas sogar weit über die 160er Marke hinaus. Und im Gegensatz zum alten Diesel kann man dabei auch noch das eigene Wort verstehen. Das Geräuschverhalten des neuen Selbstzünders der PSA-Gruppe, in der Peugeot und Citroen zusammenarbeiten, und der deshalb auch im Peugeot 106 zum Einsatz kommt, ist wirklich überzeugend.Mehr freilich noch überzeugt der Verbrauch, denn die Drittelmix-Angabe des Herstellers liegt recht nahe bei der Wahrheit. Auf 4,7 Liter hat sich unser Testverbrauch eingepegelt. Selbst bei Vollgasfahrten über die Autobahn flossen noch weniger als sechs Liter je 100 Kilometer aus dem 43-Liter-Tank. Reichweiten von mehr als 700 Kilometern sind unter nahezu allen Bedingungen möglich. Ein Anachronismus, daß für das sparsamste Auto mehr Steuern zu entrichten sind als für einen hubraumgroßen Benziner, der mehr als das Doppelte verbraucht.Ungeachtet der Strafsteuer ist der AX Teen Diesel sein Geld wert. Für 17 540 Mark (990 Mark Aufpreis für den Fünftürer) gibt es kein anderes Auto mit Ölbrenner und schon gar nicht ein so sparsames und flinkes. Der moderne Peugeot 106 mit dem gleichen Motor verbraucht knapp einen Drittelliter mehr und ist dabei seines Mehrgewichts wegen nicht ganz so spritzig und schnell unterwegs. Das wiederum ist eine große Chance für Citroen, wo eifrig am Nachfolger des AX gearbeitet wird, der in absehbarer Zeit auf den Markt kommen soll. Das neue Modell könnte allein deshalb Spitze werden, wenn es nicht mehr als das alte verbraucht.