Ein bisschen traurig sei er, all die Freunde in Berlin zu verlassen, aber sein Weggehen sei eine Verabschiedung und keine Trennung. Mit diesen Worten sagte der französische Botschafter Claude Martin gestern Abend auf einem Empfang in der französischen Botschaft Adieu Berlin.Vor neun Jahren kam der 63-Jährige - der gestern zudem Geburtstag hatte - mit seiner Frau Judith nach Berlin, wo er eine Wohnung in Kreuzberg bezog und erstmal ein halbes Jahr am Goethe-Institut Deutsch lernte, bevor er im April 1999 zum Botschafter ernannt wurde. So lange wie er war kein anderer Franzose Botschafter in Deutschland. Am Sonntag aber wird Martin zurück nach Paris gehen und dort beim Rechnungshof anfangen.Zu seiner letzten Feier am Pariser Platz 5 kamen mit Walter Scheel und Richard von Weizsäcker zwei Altbundespräsidenten, außerdem Außenminister a.D. Hans-Dietrich Genscher, die Fraktionsvorsitzende der Grünen Renate Künast, der britische Botschafter Sir Peter Torry, der Berlin ebenfalls in wenigen Tagen verlassen wird, sowie Schauspieler Bruno Ganz, den Filmfan Martin im April zum Ritter der Ehrenlegion gemacht hatte. Nachfolger des beliebten Franzosen wird Bernard de Montferrand, der zuvor sein Land in Japan vertrat. Claude Martin kündigte an, dass er von Zeit zu Zeit privat in Berlin sein wird. Ganz diskret, versteht sich. (eds.)------------------------------Foto: Botschafter Claude Martin und seine Frau verlassen Berlin.