Daniel und Fabio vermissen das tun zu können, was im Alltag nicht möglich ist.
Foto: Berliner Zeitung/Markus Wächter

Berlin - Es ist ein Beitrag zur Unterstützung ihrer Lieblingsclubs, den Fabio und Daniel gerne zahlen. „Zumal er uns das Wochenende versüßt. Das ist eine Win-win-Situation“, findet Daniel. Für das Ticket für einen zweistündigen Slot in den Kellerräumen des Kit-Kat-Klub in der Heinrich-Heine-Straße hat das Paar 18 Euro bezahlt. Der für seine Fetisch-Partys berüchtigte Laden ist für sie „ein Ort der Freiheit, der Lust und der Begegnung“, sagt Daniel. Hier können – oder konnten – sie Dinge erleben, „die im Alltag nicht möglich sind“.

In den Ecken stehen Zahnarztstühle, an der Decke schweben nackte Schaufensterpuppen, an den Steinwänden hängen schwarz-weiße Fotos des Künstlers Gili Shani, Dokumente vergangener Partys der Kit-Kat-eigenen Reihe „Gegen“. Aus Zeiten, in denen Freizügigkeit, Lack und Leder den Takt der Nächte bestimmten – ganz analog. Heute lassen Schwarzlichtröhren die auf dem Boden aufgeklebten Pfeile aufleuchten, die die Gehrichtung vorgeben. Da und dort steht Desinfektionsmittel bereit, Aushänge erinnern an die Maskenpflicht. Fast beiläufig spaziert derweil die Performerin Miss Aneris durch die Gänge, an ein Halsband gekettet führt sie eine Person bei sich, auf allen Vieren. Selbst wenn die überwiegend schwarzen Masken an diesem Ort nicht sonderlich auffallen – das Kit-Kat-Publikum steht auf extravagante Outfits – infrage gestellt wird die Pflicht, Mund und Nase zu bedecken, bei den Gästen des heutigen Tages nicht. Im Gegenteil: sie sei „alternativlos“, kommentiert Daniel.

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