Ein Mitarbeiter des Rettunsgdienstes kommt mit Schutzkleidung aus dem Einsatzwagen (Archivbild).
Foto: dpa/Julian Stähle

PotsdamIn Brandenburg werden die Vorsichtsmaßnahmen gegen eine schnelle Ausbreitung des Coronavirus immer umfangreicher. Ein weiter Teil des öffentlichen Lebens steht so gut wie still. Ein Überblick über Verbote und offene Fragen.

Was ist in Brandenburg verboten, damit sich das Coronavirus nicht schnell ausbreitet?

Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen sind tabu. Das hat das Gesundheitsministerium am Donnerstag verfügt. Wenn eine Veranstaltung mehr als 100 Teilnehmer und weniger als 1000 hat, müssen die Kreise und kreisfreien Städte darüber entscheiden, ob sie noch stattfinden. Auch private Veranstaltungen wie Geburtstagsfeiern oder Hochzeiten sind davon betroffen. Die Stadt Cottbus ist bisher schon weitergegangen und hat alle Veranstaltungen mit mehr als 100 Besuchern untersagt.

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Was passiert mit Brandenburgern, die aus Risikogebieten zurückkehren?

Wer in den vergangenen zwei Wochen in einem Risikogebiet - wie Italien - oder einem besonders betroffenen Gebiet - wie dem Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen - war, darf zwei Wochen lang nicht in Kitas, Schulen, Hochschulen, Krankenhäuser und Pflegeheime. Ausgenommen davon sind aber Patienten, die gerade behandelt werden und Ärzte, Schwestern und Pfleger, die sich aber bei Kontakt mit Patienten schützen müssen.

Werden alle Schulen und Kitas schließen?

Ab Mittwoch findet an Kitas und Schulen vorerst bis zum Ende der Osterferien keine reguläre Betreuung und kein regulärer Unterricht statt. In den Kommunen soll jedoch eine Notbetreuung für Kinder und Schüler bis zur Jahrgangsstufe sechs sichergestellt werden. Auch der Beginn des Sommersemesters an Hochschulen wird auf den 20. April verschoben.

Wie viele Menschen gelten offiziell als infiziert?

Bis zum Freitagabend waren 42 Menschen registriert, die mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert sind, berichtete das Gesundheitsministerium.

Wie geht das öffentliche Leben weiter?

Viele Kulturveranstaltungen wurden abgesagt oder verschoben, auch die meisten Museen und Theater schließen vorerst bis zum 19. April. In Potsdam sind seit Freitag das Freizeitbad blu am Hauptbahnhof sowie das Kiezbad am Stern auf unbestimmte Zeit geschlossen. Auch das Freizeitbad Lagune in Cottbus bleibt ab Samstag vorerst geschlossen. In vielen Kinos läuft der Betrieb vorerst weiter wie gewohnt, das Thalia Kino in Potsdam halbiert die Platzzahl in den Sälen allerdings, sodass jeder zweite Sitz frei bleibt.

Die Grundversorgung mit Lebensmitteln in Supermärkten in Berlin und Brandenburg ist laut Handelsverband (HDE) gesichert. Die Lager seien jetzt vor Ostern gut gefüllt, sagte Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des HDE Berlin-Brandenburg, am Freitag.