Polizeibeamte. 
Foto: dpa/Swen Pförtner

BerlinEine Heidelberger Rechtsanwältin ist am Sonntagabend laut Berichten der Rhein-Neckar-Zeitung und der Welt von der Polizei in eine pychiatrische Abteilung der Universitätsklinik Heidelberg gebracht worden. Laut der Zeitung Die Welt "entschied ein Arzt, sie stationär aufzunehmen". 

Die Polizeidirektion Mannheim teilt dazu mit: "Bei der Frau, die am Ostersonntagabend in die Universitätsklinik Heidelberg gebracht und dort stationär aufgenommen wurde, handelt es sich um die Heidelberger Rechtsanwältin, gegen die die Staatsanwaltschaft Heidelberg und des Dezernat Staatsschutz der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg wegen des Verdachts, öffentlich zu einer rechtswidrigen Tat aufgerufen zu haben, ermitteln. In diesem Zusammenhang stellt das Polizeipräsidium Mannheim klar, dass die polizeilichen Maßnahmen am Sonntagabend nicht im Zusammenhang mit den vorgenannten Ermittlungen stehen."

Der Ablauf soll sich laut Polizei wie folgt zugetragen haben: "Am Sonntagabend, kurz vor 20 Uhr, informierte ein Zeuge das Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums Mannheim per Notruf darüber, dass in der Thibautstraße/Bergheimer Straße eine Frau stehe, die angegeben habe, sie werde verfolgt."

Und weiter: "Eine Streife traf die Frau an und stellte die Personalien fest. Im Rahmen des weiteren Gesprächsverlaufs und aufgrund ihrer Verhaltensweise hielten es die Beamten für erforderlich, medizinische Hilfe einzuholen. Hierzu wurde die Frau festgehalten und sollte in eine Klinik gebracht werden. Daraufhin setzte sie sich zur Wehr und trat mehrfach gegen einen Beamten. Diesbezüglich wurden die Ermittlungen gegen die Verdächtige wegen des Verdachts des tätlichen Angriffs und des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte aufgenommen. Anschließend wurde die Frau zur Universitätsklinik Heidelberg gebracht und dort stationär aufgenommen."

Bereits am Wochenende hatte die Anwältig auf ihrer Website mehrere rätselhafte Posts veröffentlich.

Die Anwältin war bundesweit bekanntgeworden, weil sie zuvor beim Bundesverfassungsgericht eine einstweilige Anordnung gegen die Corona-Verordnungen eingebracht hatte. Vor Ostern später wies Karlsruhe den Antrag ab. Die Anwältin hätte den Ausgang ihrer Klage am Verwaltungsgerichtshof (VGH) Mannheim abwarten müssen.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Heidelberg und des Polizeipräsidiums Mannheim hieß es am Dienstag: 

"In der Öffentlichkeit, namentlich im Internet, kursieren derzeit Berichte über eine zwangsweise Unterbringung der Beschuldigten in einer psychiatrischen Klinik. Hierzu stellen die Staatsanwaltschaft Heidelberg und das Polizeipräsidium Mannheim fest, dass im Rahmen des gegen die Beschuldigte geführten strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens weder die Unterbringung der Beschuldigten in einer psychiatrischen Klinik noch eine sonstige strafprozessuale Zwangsmaßnahme veranlasst wurden."


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