Das Dashboard der Johns Hopkins University, Ansicht vom Freitag.
Foto: Screenshot/Johns Hopkins University

Berlin/Halle - Es ist geradezu ein Symbol der Corona-Pandemie geworden: das Covid-19-Dashboard. Es handelt sich dabei um eine interaktive, grafisch aufbereitete Übersichtswebsite im Internet, eine Art lebendiger Weltkarte, die in Echtzeit mit Daten aus aller Welt gespeist wird. Das bekannteste ist das Covid-19-Dashboard der US-amerikanischen Johns Hopkins University (JHU). Auf ihm kann man an sich verändernden roten Kreisen ablesen, wie sich die Fallzahlen in den Ländern entwickeln. Millionen Menschen blicken täglich auf diese Seite, vergleichen die Länderzahlen, ziehen Schlüsse daraus, diskutieren darüber. Zwei Zahlen stechen hervor: die der weltweit mit Sars-CoV-2-Infizierten – am 4. September waren es 26,3 Millionen. Und die der weltweit Verstorbenen: mehr als 869.300.

So eindrucksvoll dies auf den ersten Blick ist – es gibt Kritik an solchen Darstellungen. Aus der Zahl der positiv Getesteten geht nämlich nicht hervor, wie viele ernsthaft erkrankten und wie viele überhaupt keine Symptome hatten. Die ansteigenden Kurven hängen auch von der steigenden Zahl der Tests ab. Außerdem vermittelt die Zahl von 26,3 Millionen ein Gefühl der Gleichzeitigkeit, die gar nicht existiert. Auch die reine Zahl der Todesfälle lässt viele Fragen ungeklärt.

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