Es ist möglich, dass Rauchen den Krankheitsverlauf negativ beeinflusst.
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BerlinÄltere Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen, wie etwa Asthma, sind stärker gefährdet, am Coronavirus schwer zu erkranken. Und Raucher. Rauchen ist grundsätzlich ungesund – und es steigt dadurch auch die Gefahr, durch das neuartige Coronavirus an der Krankheit Covid-19 erkranken. Das sagt Michael Pfeifer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie. Auch wenn es noch zu wenig Daten für eine abschließende Beurteilung gibt.

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So sei zum Beispiel noch nicht ganz klar, ob durch das Rauchen die Infektionsgefahr steigt. Es spreche aber vieles dafür. „Raucher haben grundsätzlich ein höheres Risiko, Virusinfektionen zu erleiden“, sagt der Experte.

Der Grund dafür: Durch die Belastung des Rauchens sind die Abwehrkräfte des Bronchialsystems eingeschränkt. Viren und Co. haben so leichteres Spiel. „Das wissen wir aus dem klinischen Alltag – bei dem aktuellen Coronavirus ist es aber noch nicht nachgewiesen.“

Daten aus Wuhan

Mehr Informationen gibt es dagegen zum Verlauf der Krankheit. „Da haben wir aus Wuhan relativ eindeutige Daten“, so Pfeifer. „Die geben zumindest einen Hinweis darauf, dass das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs mit einer echten Lungenentzündung deutlich höher ist.“ Doch lohnt es sich jetzt noch, deswegen mit dem Rauchen aufzuhören? Erstens lohnt sich das natürlich immer – Corona hin, Corona her. Aber tatsächlich, so Pfeifer, könne ein solcher Schritt jetzt noch Wirkung haben: „Es ist durchaus möglich, das Krankheitsrisiko und den Krankheitsverlauf auch jetzt noch zu beeinflussen, wenn man mit dem Rauchen aufhört. Es macht immer einen Unterschied, ob man aktiver oder ehemaliger Raucher ist.“

Bislang weiß man noch relativ wenig über den Krankheitsverlauf mit dem Coronavirus. Die Verläufe seien unspezifisch, schreibt das Robert-Koch-Institut auf seiner Internetseite. Sie seien „vielfältig und variieren stark, von symptomlosen Verläufen bis zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod“. Daher gebe es keine Aussagen zu „typischen“ Verläufen.

Multiples Organversagen

Die häufigsten Symptome seien eben Husten und Fieber, das wisse man aus den Verläufen in China. Nur vierzehn Prozent der Fälle verliefen demnach schwer (Atemnot), aber nicht lebensbedrohlich. In sechs Prozent der dokumentierten Fälle dagegen war der klinische Verlauf allerdings kritisch bis lebensbedrohlich etwa mit Lungenversagen oder multiplem Organversagen.