Counterstrike steigert die Wahrnehmungsfähigkeit: Computerspiele sind besser als ihr Ruf

Ganz so sinnlos, wie manche Computerspiele erscheinen mögen, sind sie nicht. Das schreiben zwei US-Forscherinnen in der Fachzeitschrift Nature. Shawne Green und Daphne Bavelier von der University of Rochester im US-Bundesstaat New York haben nachgewiesen, dass versierte Computerspieler ihre Umgebung schneller und präziser erfassen als Computerspiel-Laien. Green und Bavelier untersuchten Jugendliche zwischen 18 und 23 Jahren, die seit mindestens sechs Monaten Spiele wie "Spiderman" oder "Counterstrike" spielten - und zwar vier Mal pro Woche je eine Stunde lang. Gleichaltrige aus einer Kontrollgruppe hatten wenig oder keine Erfahrung mit derartigen Spielen. Die Forscherinnen zeigten den Probanden beispielsweise auf einem Monitor 50 Millisekunden lang eine bestimmte Anzahl von Quadraten. Während die Nichtspieler schon bei mehr als drei Objekten Probleme hatten, die korrekte Anzahl widerzugeben, behielten die Spielfreaks auch bei fünf Objekten noch den Überblick. In einem anderen Test ging es darum, zwei bestimmte Figuren aufspüren, die kurz nach einander gezeigt wurden. Auch dabei waren die Computerspieler schneller und treffsicherer als die Kontrollgruppe.Offenbar reichen einige Trainingseinheiten mit einem Actionspiel bereits aus, um die Wahrnehmungsfähigkeit zu verbessern, schreiben Green und Bavelier. Sie ließen Nichtspieler zehn Stunden lang "Medal of Honour: Allied Assault" trainieren. Danach schnitten die Probanden in allen Tests besser ab als zuvor. (kat.)Nature, Bd. 423, S. 534