Der TSV Spandau 1860 hat kein gutes Händchen mit seinen Spitzenmannschaften. Ein Jahr, nachdem sich die Handball-Regionalliga auflöste, gibt nun auch das gerade in die 2. Bundesliga aufgestiegene Damen-Volleyballteam auf.Bis Freitag hätte Trainer Morten Gronwald seine Mannschaft für die 2. Bundesliga melden müssen. Doch stattdessen löste sich die 1. Damen des TSV auf. Grund: Drei Leistungsträgerinnen verließen den Club (wir berichteten), spielstarke neue Akteurinnnen fanden sich nicht. Ramona Landgraf - mit der DDR-Nationalmannschaft Europameisterin - zog nach Bremen. Antje Kolmorgen und Michaela Grohmann wechselten zum Zweitligisten von Post-Telekom. Beide spielten zu DDR-Zeiten im Junioren-Nationalteam.Kolmorgen und Grohmann begründeten ihren Wechsel damit, daß sie nicht länger unter Gronwald spielen wollten. Aus der Mannschaft heißt es, das Training sei für erfahrene Spielerinnen nicht angemessen gewesen. Fiete Lemke, bis vor kurzem Volleyball-Abteilungsleiter, hält das für einen Vorwand: "Sie haben ihr Mäntelchen in den Wind gehängt und sind dort hingegangen, wo sie sich am meisten Erfolg versprochen haben."Morten Gronwald hatte seinen Rücktritt angeboten, damit Kolmorgen und Grohmann bleiben. "Auch der Rest der Mannschaft hatte Schwierigkeiten mit Morten. Wie waren aber bereit, weiter unter ihm zu arbeiten, wenn sich kein neuer Trainer findet", so Daniela See, eine der verbleibenden Spielerinnen.Doch einen anderen Coach habe man nicht bekommen. Einige Volleyballerinnen meinen, der Verein hätte sich nicht genügend gekümmert. Lemke: "Es fehlte an Eigendynamik. Die Frauen können nicht erwarten, daß alles für sie organisiert wird." Der Verlust eines Zweitligisten - dem ersten, den der TSV jemals gehabt hätte - sei zwar bedauerlich, aber so nicht zu verhindern gewesen.Nach dem Abschied von Grohmann, Kolmorgen und Landgraf suchte die Mannschaft neue Spielerinnen. Doch auch hier hatte das Team kein Glück. Spandau ist ihnen zu weit weg. Viele gute Spielerinnen kommen aus dem Osten Berlins. Gronwald fand zwar drei Spielerinnen, doch die Mannschaft hielt sie für zu unerfahren, um mit ihnen ein leistungsstarkes Team zu bilden. Das Ergebnis: Der TSV verliert wieder eine Spitzenmannschaft.