"Damit schneidet man den Leuten so schön das Wort ab", befindet die Prinzipalin über das Wesen des Begriffes "Mondänpop". Eigentlich von einer Journalistin erfunden, die angesichts eines Fotos mit Hut "Gott, ist die AnNa mondän!" ausrief, entwickelte es sich zum willkommenen Schubladen-Terminus für die zwei von Rosenstolz. Aus seichten Gewässern Wer will auch jedesmal bei "Wir leben nun mal hier, ich kann mich in Deutsch besser ausdrücken!" beginnen, mit "Schlager sind dümmlich, dusslig und massenabstumpfend, damit wollen wir nichts zu tun haben!" (AnNa R.) fortfahren, um dann doch wieder zwischen altbewährten Extremen, sagen wir mal: Juliette Greco und Nina Hagen, einsortiert zu werden?AnNa R. und Peter Plate sind aus den seichten Gewässern des Deutschpops weit herausgeschippert - erfolgreich auch deshalb, weil sie sich beide von Klischees nicht schrecken lassen. Ihre Musik lebt von wohldosierten Stilbrüchen - von perlendem Sopran zu Synthesizerklängen, von Elektropopgedudel zu Texten von milder Melancholie und von AnNa R.s Rollenspielen zwischen göttlicher Garbo und Großstadtschlampe.Ironie, die sich vor Kitsch nicht fürchtet - mit dieser Mischung galt Rosenstolz jahrelang als Berliner Geheimtip. Das nimmermüde Streben nach Niveau, gepaart mit ausgiebigen Touren durch deutsche Lande führt hat Früchte getragen: Mehr als genug Kartenkäufer wollen sich den heutigen Abend mit der vielversprechenden Drohung "Mittwochs is' er fällig" nicht entgehen lassen - das Metropol ist restlos ausverkauft. Der Fanclub hilft Dornenreiche Entbehrungen muß aber niemand fürchten, den es trotz allem mit Macht zu Rosenstolz zieht: Am 5. Juni gibt es, ebenfalls im Metropol, ein Zusatzkonzert. Und bis dahin hilft der Fanclub aus dem Gröbsten - die Adresse steht auf der neuen CD Carmen Böker Heute 20 Uhr im Metropol. +++