Zunächst stand das Projekt nur im Dienste der Wissenschaft: Berliner und Darmstädter Architekten setzten sich zusammen mit weiteren Baufachleuten das Ziel, das Fertighaus in die deutschen Innenstädte zu bringen. Industriell vorgefertigte Einfamilienhäuser kannte man bis dahin eigentlich nur vom Stadtrand. Von ihnen inspiriert, schufen die Entwickler ein mehrgeschossiges Wohnhaus aus vorgefertigten Bauelementen, das an jedem Ort in der Stadt doppelt so schnell wie ein normales Vergleichshaus gebaut werden kann. Unter den verwendeten Materialien dominiert das Holz.Aus der lockeren Expertenrunde ist das Institut für urbanen Holzbau hervorgegangen. Und der Standort für deren erstes innerstädtisches Fertighaus liegt in der Görschstraße 48 -49 im Florakiez, Pankow. Auf dem rund 1300 Quadratmeter großen Grundstück in der grünen Seitenstraße der Wollankstraße parken noch die Autos der Nachbarn. Die Lage ist bei Familien beliebt, Bürgerpark und Schlosspark sind gleich um die Ecke. Nächstes Frühjahr soll der Bau beginnen, 2010 wollen die Mitglieder der Baugruppe das Holzhaus beziehen. Etwa die Hälfte der 14 Wohnungen ist bereits vergeben.Der Ausbau der Wohnungen wird einen Großteil der Bauzeit in Anspruch nehmen. Denn hier entscheiden die Bewohner über Materialien und Ausstattung -und so auch über den endgültigen Preis, der den Plänen zufolge bei einem Richtwert von 2200 Euro pro Quadratmeter liegt.Mehr als fünf Geschosse lässt die Bauweise des "fertighauscity5+" nicht zu. "Jedes weitere Geschoss verbietet bisher die Bauordnung", sagt Christoph Roedig, einer der beteiligten Architekten. "Denn eine Besonderheit der Fertighäuser ist ja das Material. Die Bauteile aus Holz unterliegen einem strengen Brandschutz, der auch eine hölzerne Fassadenverkleidung untersagt." Trotzdem ist Roedig zuversichtlich, dass das Projekt ein erfolgreicher Anfang wird. Die Entwickler des Projekts setzen sogar darauf, dass ihr Prototyp in Pankow auch bald in anderen deutschen Großstädten Anhänger finden wird.------------------------------Foto : Noch parken auf dem Grundstück in der stillen, grünen Seitenstraße die Anwohner.