Anfang des Jahres hat ein Fall Aufsehen erregt: Ein 60-jähriger Patient aus Schweinfurt wollte sich nicht damit abfinden, dass sein Fuß wegen schwerer Arteriosklerose (Gefäßverstopfung) amputiert werden sollte. Er recherchierte im Internet und hatte Glück: Dort wurde er auf Professor Steinkamp aufmerksam, der Chefarzt des Instituts für diagnostische und interventionelle Radiologie am Gefäßzentrum der DRK Kliniken Berlin | Mitte ist Spezialist der von ihm mit entwickelten Laserangioplastie. Bei diesem Verfahren verdampft ein Laserstrahl die Ablagerungen in den Gefäßen. Der Patient hat am selben Abend die Klinik wieder verlassen -auf beiden Füßen.Das Gefäßzentrum Berlin-Mitte trägt bereits seit fünf Jahren die Bezeichnung "Anerkanntes Gefäßzentrum", nachdem es das Zertifizierungsverfahren der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie (DGG) erfolgreich absolviert hatte. Erfüllt hat es die Qulaitätsrichtlinien von drei Fachgesellschaften: der Gefäßchirurgie, der Angiologie und der Radiologie.Die enge fachbereichübergreifende Zusammenarbeit ist charakterisch und wichtig für Ärzte, die sich mit Gefäßerkrankungen befassen. So arbeiten noch weitere Spezialisten gemeinsam mit Dr. Hermann Steinkamp: Der Internist Dr. Peter Klein-Weigel, Chefarzt der Angiologie sowie der Chirurg, Dr. Ingo Flessenkämper, Chefarzt der Gefäßchirgurgie. Die Spezialisten unterscheiden Erkrankungen in drei Bereichen: den Arterien, den Venen und den Lymphgefäßen. Etwa 95 Prozent der arteriellen Erkrankungen sind auf Arteriosklerose zurückzuführen, also auf die Ablagerung von Blutfetten, Thromben, Bindegewebe und Kalk in den Schlagadern, etwa in der Halsschlagader. Dadurch bilden sich Engstellen oder sogar Verschlüsse. Das Gefäßzentrum der DRK Kliniken Berlin | Mitte verfügt über eine der modernsten Angiografie-Einheiten Deutschlands und nutzt neue bildgebende Techniken, zum Beispiel die Magnetresonanztomographie (MRT). Diese ermöglicht eine Darstellung der Gefäße, ohne dass geröntgt werden muss. Das Besondere: Schon während der Untersuchung kann der Patient behandelt werden.Je nach Befund entscheiden die Experten, mit welchen Verfahren die Arterien wieder durchlässig gemacht werden. Häufig kommt ein Ballonkatheter zum Einsatz, fachsprachlich perkutane transluminale Angioplastie (PTA). Dabei schiebt der Arzt einen dünnen Draht von der Leiste durch die Arterie bis zum Verschluss. Entlang des Drahtes führt er einen Ballon und bläst diesen an der Verengung auf. Plaque und Kalk werden an die Arterienwand gedrückt -das Blutgefäß ist wieder frei. Eine andere Methode ist die Rotationsthrombektonie. Mit einer winzigen Fräsmaschine bohrt der Arzt die Plaque von den Gefäßwänden und saugt sie ab. So können sie nicht an anderer Stelle zu neuen Verschlüssen führen.Im Gefäßzentrum wurde das erste große Aortenscreening Deutschlands an mehr als 2000 Patienten durchgeführt. Ein wegweisender Schritt für die Früherkennung, denn bei knapp neun Prozent der untersuchten Menschen über 60 Jahre, wurden gefährliche Aussackungen, sog. Aneurysmen, an den Schlagadern gefunden. Die Patienten konnten daraufhin rechtzeitig behandelt werden.------------------------------Bei hartnäckiger Plaque: LaserangioplastieWenn die Plaque in den Gefäßen so alt und hart geworden ist, dass andere Methoden nicht mehr helfen, muss sich der Arzt mit anderen Mitteln einen Weg durch die Arterie bahnen. Mit der Laserangioplastie lassen sich auch Verschlussbahnen von bis zu vier Zentimetern öffnen. Allerdings ist diese moderne Methode der perkuntanten transluminale Laserangioplastie (PTLA) nicht ohne Risiko und gehört daher in die Hände von erfahrenen Spezialisten. Prof. Steinkamp vom Gefäßzentrum-Mitte ist ein ausgewiesener und routinierter Experte für dieses Verfahren. Seine Patienten kommen aus ganz Deutschland, um sich von ihm behandeln zu lassen. Die Laserangioplastie arbeitet mit hochenergetischem Laserlicht, das die Plaque verdampfen lässt. Dazu führt der Arzt einen Glasfaserkatheter zur verengten Stelle. Das Blutgefäß selbst wird nicht verletzt. Oft stabiliseren die Spezialisten das Gefäß nach der Behandlung mit einem Stent, der in die Arterie eingelegt wird. Der schmerzlose Eingriff, der schon vielen als "hoffnungslos" eingestuften Patienten Rettung vor der Amputationen gebracht hat, dauert nur etwa eine Stunde und wird unter örtlicher Betäubung vorgenommen.------------------------------Foto: Chefarzt Dr. Michael Naundorf (rechts) demonstriert seinen Teamkollegen eine Gefäßstütze (Stent).