Trüffelsuche leichtgemacht: Ein neues Sensorgerät entdeckt selbst kleinste Mengen der unterirdisch wachsenden Delikateßpilze - und dies besser als Trüffelschweine.Das Trüffelschwein, lange Zeit zum Aufspüren der Feinschmeckerpilze eingesetzt, hat womöglich ausgedient. Ein neues Sensorgerät "riecht" die Trüffel unter der Erdoberfläche. Selbst wenige milliardstel Gramm der arteigenen Geruchsstoffe nimmt das Gerät wahr.Ein französisches Team in Toulouse entwickelte den neuartigen Detektor in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der englischen Universität Manchester. Wie das Fachblatt "Naturwissenschaftliche Rundschau" berichtete, übertrifft die Empfindlichkeit der Meßsensoren selbst die Spürnasen von Trüffelschweinen oder abgerichteten Spürhunden.Das Gerät, das bereits Anfang des Jahres getestet wurde, arbeitet mit 24 Sensoren aus sogenannten Polymerhalbleitern. Der elektrische Widerstand dieser Bausteine verändert sich, wenn sie mit bestimmten chemischen Stoffen in Kontakt treten. Dazu gehören auch die Geruchsstoffe der Trüffel. Gelangen diese auf die Sensorenoberfläche, erkennt ein in den Detektor eingebauter Mikrochip die Veränderung des Widerstandes. Daraufhin gibt das Gerät ein Signal - Anzeichen dafür, daß sich unter der Erdoberfläche das Objekt der Begierde befindet. Die unterirdisch, in der Nähe von Eichen wachsenden Pilze gelten als erlesenste Delikatesse der französischen Küche. Köche setzen diese als Zutat nur mit Bedacht ein, die Aromastoffe wirken bereits in kleinsten Mengen. Die rundlichen, kartoffelähnlichen Pilze enthalten im Fruchtfleisch Hohlräume, während die Schale hart und glatt ist. Im Vergleich zu anderen Pilzarten wachsen die Fruchtkörper ausschließlich unter der Erde. Genau das erweist sich bei der Trüffelsuche als Hauptproblem. Denn extra auf Trüffelerkennung abgerichtete Hunde oder Schweine riechen die Pilze zwar ausgezeichnet, ihre Konzentrationsfähigkeit ist allerdings nur sehr begrenzt. Annähernd 20 Prozent der Trüffel nehmen die Tiere daher nicht wahr. Auch lassen sich Trüffel nicht züchten.Aufgrund ihrer Seltenheit haben Trüffel ihren Preis: Um die 190 Mark kostet ein Kilo schwarzer Sommertrüffel gegenwärtig in Berlin. Preise bis zu 700 Mark müssen - für andere Sorten und abhängig von der Jahreszeit - oftmals im Fachhandel bezahlt werden.Die Vermarktung des tragbaren Trüffeldetektors hat indes begonnen. Die britische Firma Aromscan hat die berühmten Perigord-Trüffel im gleichnamigen französischen Ort mittels solcher elektronischer Trüffelschnüffler gesucht - und mit Erfolg gefunden. +++