Schafe, deren Futter sehr viele ungesättigte Fettsäuren enthält, bringen mehr männliche Lämmer zur Welt als normal ernährte Tiere. Das berichten Tiermediziner um Michael Roberts von der University of Missouri im US-Staat Columbia im Fachjournal Reproductive Biology and Endocrinology (RB&E).Roberts und seine Kollegen untersuchten 44 schwangere Schafe. Die Hälfte der Tiere bekam in den Wochen um die Empfängnis Futter, das mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren angereichert war. Die andere Hälfte bekam normales Futter. Zwei Wochen nach der Empfängnis bestimmten Roberts und seine Kollegen das Geschlecht der Embryonen. Die Zahl der weiblichen und männlichen Nachkommen war bei den normal ernährten Muttertieren fast gleich. Bei den mit der Spezialnahrung gefütterten Schafen waren hingegen 69 Prozent der Embryonen männlich.In beiden Gruppen wogen die Schafe gleich viel und auch beim Kaloriengehalt ihres Futters gab es keinen Unterschied. Roberts und seine Kollegen sehen daher die ungesättigten Fettsäuren als Ursache für die ungleiche Geschlechterverteilung an. Auf welche Weise die Fettsäuren ihre überraschende Wirkung erzielen, wissen die Forscher allerdings noch nicht. Ihre Ergebnisse könnten für die Tierzucht oder die Pflege von Wildtierpopulationen von Bedeutung sein. Noch ist aber unklar, ob das Spezialfutter auch bei anderen Tierarten vergleichbare Folgen hat. (beh.)RB&E, DOI:10.1186/1477-7827-6-21------------------------------Foto: Widder oder Schaf? Züchter können das ein Stück weit selbst bestimmen.