Nicht mal zwei Monate hat es gedauert, bis 44000 tickets für zwei Phll-Collms-Konzerte in der Waldbühne ausverkauft waren. Dann wurden die Veranstaltungen au" den 1. September zusammengelegt und das Maifeld als neuer Spielort bekanntgegeben. Geschäftsführer Frank Reinhardt vom Veranstalter concert concept erklärte unserer Redakteurif, Birgit Walter, wie man das Maifeld zu einer attraktiven Konzertarena umgestalten will.Berliner Zeitung: Viele Phil-Collins-Fans ärgern sich, daß sie statt in die Waldbühne auf das Maiield pilgern müssen. Mancher vermutet kühles Kalkül, weil sich bei gleichem Eintrittspreis 60 000 Menschen in einem Konzert vermutlich besser rechnen, als auf drei Abende verteilt.Frank Reinhardt: Das ist ein Irrtum. Durch den Umbau des Maifeldes fallen so enorme Kosten an, daß wir als Veranstalter erst ab 65 000 verkaufter Karten in die Gewinnspanne rücken. In der Waldbühne ist alles vorhanden: eine komplette Infrastruktur, Buhnenstromanschlüsse, Zufahrtswege usw. Auf dem Maifeld muß alles erst geschaffen werden, zum Schutz des Rasens werden allein 15 000 Quadratmeter Holzplatten verlegt. Collms' Bühnen-Set. ist zu groß für die Waldbuhne. Ließ es sich nicht einfach verkleinern?Gewöhnlich geht das, da weiden die Scheinwerfer niedriger gehängt, die Musiker müssen ein bißchen mehr schwitzen und fertig. Aber Collms hat ein richtiges BühnenbiJd bauen lassen; es stellt eine heruntergekommene Stadtlandschaft dar -- die ist drei Meter zu hoch für die Waldbuhne. Wir wollten schon das Dach entfernen lassen, aber das hätte 400 000 Mark gekostet -- zu viel. Das Set ließ sich auch nicht vor der Bühne aufbauen, dabei wären 5 000 Plätze pro Konzert weggefallen -- die waren aber schon verkauft. Phil Gollins tritt sonst nur in Stadien auf, da ist die Bühnengröße kein Problem. Warum geht das in Berlin nicht? Was spricht gegen das Jahn- oder das Olympiastadion?Das Jahnstadion liegt ja mitten in einem Wohngebiet, da braucht man wegen des Lärmes eine Ausnahmegenehmigung, die ist kaum zu bekommen. Das Olympia-Stadion ist wie ein Kessel gebaut, es schützt die Anwohner vor Lärm, hat aber dadurch diese sehr schlechte Akustik. Für Collms' Sound nicht zumutbar. Die Waldbühne ist eine beinahe "intime" Arena, oft mit toller Stimmung, das andere ist ein großes, weites Feld. Dort haben Sie jetzt vor, "Waldbühnen-Atmosphäre" zu schaffen. Wie das 7Wir bauen das Maifeld völlig um. Ein großer ,feil der Arena wird abgesperrt, die Bühne und damit Phil Coluns rücken dichter an die Zuschauer-Tribüne. Dadurch schaffen wir eine Arena-Situation, insgesamt entstehen etwa 20 000 Sitzplätze. Das Maifeld mit seinem gepflegten englischen Rasen ist ja ein sehr schönes Stück Land, jetzt bieten wir außerdem noch optimale Sicht und guten Sound. Wir rechnen mit 70-80 000 Zuschauern.Gilt diese Variante auch bei Pink Floyd am 21. August?Nein, hier stehen ganz andere Prämissen. Pink Floyd spielen direkt vor der Tribüne, weil es dort am schnellsten dunkel wird. Bei dieser Show zählen vor allem die Lichteffekte, die untergehende Sonne würde dabei stören.Phil Collms: 1.9. 19 Uhr, 66 Mark, Pink Floyd: 2 1.8. 20.30 Uhr, 62 MarkAnders als bei Genesis 1992 und bei Pink Floyd im August wird das Maifeld für Phil Collms völlig umgebaut. Die Zuschauerfläche ist verkleinert und hat 20 000 Sitzplätze. Skizze: promo