Bei Schönheitsreparaturen gilt generell, dass sie normale Abnutzungserscheinungen der Wohnung beheben sollen. Deshalb zählen dazu nicht solche Schäden, die der Mieter nicht verschuldet hat. Ist etwa die Decke gerissen oder der Putz abgefallen, muss der Vermieter dies reparieren lassen und auch den entsprechenden Teil der Malerarbeiten bezahlen. Glasarbeiten, Reparaturen an Lichtschaltern, Türschlössern, Leitungen gehören nicht zu den Schönheitsreparaturen. Das Gleiche gilt für das Abschleifen und Versiegeln des Parkettbodens sowie das Auswechseln eines Teppichbodens, den der Vermieter verlegt hat. Auch die Grundreinigung des Teppichs nach dem Auszug ist Sache des Vermieters. Durch eine Klausel im Mietvertrag kann der Mieter aber zur Reinigung verpflichtet werden.Dagegen ist eine Klausel unwirksam, die den Mieter zum Abziehen der Parkettböden sowie zur Ausbesserung von Schäden am Verputz der Wände und Decken und am Bodenbelag verpflichtet. Auch eine Tapetenabwohnpauschale für den Verschleiß einer Raufasertapete ist nicht zulässig.Abzug vom NeupreisFür die Schäden, die nicht auf normaler Abnutzung beruhen, haftet bei Verschulden der Mieter. Es gilt daher: Ist eine alte Badewanne stumpf geworden, ist der Mieter dafür nicht verantwortlich. Wenn die Emaille aber abgeplatzt ist, muss er sie meist ersetzen. Allerdings kann er einen Abzug vom Neupreis machen. Bei einer 20 Jahre alten Wanne sind 40 Prozent Abzug angemessen. Auch Schäden an Linoleumböden, etwa durch Pfennigabsätze, muss der Mieter auf seine Kosten beseitigen. Aber: Ein kleiner Riss im Teppichboden (3 cm) erfordert nicht die komplette Erneuerung.Wenn ein Parkett- oder PVC-Fußboden aber schon wegen normaler Abnutzung erneuert oder neu versiegelt werden muss, spielen zusätzliche Schäden keine Rolle mehr. Ein Parkettfußboden ist erfahrungsgemäß alle 15 bis 20 Jahre abzuschleifen und neu zu versiegeln, und ein PVC-Fußboden hat eine durchschnittliche Lebensdauer von rund neun bis zehn Jahren. Nach diesen Zeitrahmen muss der Mieter auch bei übermäßiger Abnutzung nichts bezahlen, denn der Vermieter hätte hier sowieso erneuern müssen.Das Anbringen von Dübeln zur Befestigung von Gegenständen entspricht dem normalen Wohngebrauch. Nur eine aus dem üblichen Rahmen herausfallende Häufung von Dübellöchern ist als übernormale Abnutzung anzusehen. Die Beseitigung der Dübellöcher gehört zu den Schönheitsreparaturen. Muss der Mieter die Schönheitsreparaturen beim Auszug nicht durchführen, braucht er auch die im üblichen Umfang entstandenen Dübellöcher nicht zu verschließen. Für angebohrte Fliesen im Badezimmer kann der Vermieter keinen Ersatz verlangen, es sei denn, der Mieter hat übermäßig viele Dübel angebracht. Die Löcher sollen möglichst nicht in die Fliesen, sondern in die Fugen gesetzt werden. Auch das Verfärben der Fugen zwischen Fliesen im Bad entspricht normaler Abnutzung, die Fugenmasse muss nicht erneuert werden. (BLZ)Das Mieterlexikon, Ausgabe 2005: Herausgegeben vom Deutschen Mieterbund, 13 Euro.